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Algen im Pool: Richtig entfernen (Schritt-für-Schritt Anleitung)

Bei warmem und sonnigem Wetter sprießen die Algen schnell auf. Im Handumdrehen wird aus den mikroskopischen Algenzellen ein Problem, das Ihren ganzen Pool betrifft.

Der eine Fleck an der Poolwand oder die kleinen Ablagerungen an der Treppe sind leicht zu ignorieren, aber zögern Sie zu lange, wird Sie das später viel Geld und Zeit kosten.

Handeln Sie also bevor der fremde Organismus komplett außer Kontrolle gerät. Je früher Sie aktiv werden und je mehr Sie auf Präventionsmaßnahmen setzen, desto niedriger ist die Wahrscheinlichkeit für einen Algenbefall.

Später geben wir Ihnen wichtige Tipps zur Vorbeugung der Algen, sodass Sie die Algen gleich ganz von Ihrem Pool fernhalten können.

Jetzt steigen wir jedoch direkt mit der Algenbeseitigung ein. Wenn die Algen Ihr Badeparadies bereits übernommen haben, ist das auch kein Problem. Mit unserer Schritt-für-Schritt Anleitung ist Ihr Pool schon bald wieder kristallklar.

Einen Algenbefall erkennen

Algen gelangen meistens in Pools, wenn sich die Algenzellen an Badesachen haften und dadurch in den Swimming Pool getragen werden. Das gleiche gilt für Badespielzeug wie Eimer oder Bälle, mit denen Sie in algenverseuchten Seen oder im Meer waren.

Der Grund für den Algenbefall ist zunächst unwichtig. Jetzt gilt es, die Algen schnell wieder loszuwerden.

Zum Glück gibt es nur drei verschiedene Arten von Algen, die sich in Pool breit machen. Alle drei Algenarten sind gesundheitlich unbedenklich, verursachen aber trübes Poolwasser. Die Algen ziehen ebenfalls verschiedene Bakterien und Insekten an, da Sie für diese eine Nahrungsquelle darstellen. Und seien wir ehrlich: Baden will in dem Poolwasser sowieso niemand mehr.

Hinweis: Mit kleinen Kindern oder Haustieren sollten Sie jetzt besonders vorsichtig sein, denn unter Wasser können Sie diese nicht mehr sehen. Da die meisten Leute leise ertrinken, sollten Sie am besten eine Poolabdeckung über das Schwimmbecken ziehen.

Das auffälligste Symptom eines Pools mit Algen ist das verfärbte Poolwasser. Anhand der Farbe können Sie den Typ der Algen bestimmen. Entweder sieht das Wasser grünlich, gelblich oder blau bis schwarz aus.

An Treppen, an Rändern, in den Ecken des Pool und überall, wo es schattig ist, wachsen die Algen besonders gerne. Achten Sie auf diese Stellen. Das hilft Ihnen, die Algenart zu bestimmen.

Die verschiedenen Algenarten

  • Grüne Algen: Die grünen Algen sind die am häufigsten auftretenden Algen. In der Fachsprache werden die grünen Algen als Chlorophyta bezeichnet. Der Name stammt vom pflanzlichen Farbstoff Chlorophyll ab. Die schleimig grünen Algen setzen sich an Poolwänden und am Beckenboden ab. Der Grund für das Algenwachstum von grünen Algen ist häufig eine schlechte Filtration oder ein Mangel an Desinfektionsmittel. Typischerweise werden grüne Algen über Badesachen oder Spielzeuge aus algenhaltigen Gewässern in den Pool transportiert.
  • Gelbe Algen: Poolbesitzer verwechseln die gelben Algen häufig mit Pollen oder Sand. Aufgrund Ihrer Färbung wird diese Algenart auch als Senfalgen oder Braunalgen bezeichnet. Gelbe Algen sind chlorresistent, was die Entfernung erschwert.
  • Schwarze Algen: Schwarze Algen sind die hartnäckigste Algenart. Ihre Wurzeln graben sich tief in Gips- und Betonoberflächen ein, was die Entfernung schwer macht. Technisch gesehen sind es gar keine Algen sondern Cyanobakterien, die sich schnell vermehren und daher eine aggressive Behandlung erfordern.

Schritt für Schritt Algen aus dem Pool entfernen

Bei Algen im Pool denken viele direkt an Algizide und Desinfektionsmittel wie Chlor. Dabei sind diese Chemikalien nicht wirklich als Mittel gegen Algen im Pool geeignet. Es erfordert einige Schritte mehr, um die Algen restlos zu entfernen.

Unsere Schritt-für-Schritt Anleitung ist für alle drei Algenarten geeignet. Bei einem Schritt gibt es einen Unterschied. Den erklären wir dann später.

Schritt 1: Desinfizieren und waschen Sie einfach alles

Die Algen wurden irgendwie in den Pool gebracht. An Badesachen, Spielzeugen, Luftmatratzen, der Poolausrüstung und selbst an der gelben Quietscheente können Algenzellen hängen bleiben, wenn diese in algenverseuchten Wasser waren.

Es wäre sehr ärgerlich, wenn Sie aufwendig den Algenbefall bekämpfen, nur um dann die Algen wieder in den Pool zu tragen. Suchen Sie sich also sämtliche Schwimmanzüge, Badespielzeuge, Badehosen, Teile Ihrer Tauchausrüstung und Plastikbälle zusammen und reinigen Sie diese.

Waschen Sie die Kleidung in der Waschmaschine. Verwenden Sie für die restlichen Gegenstände ein starkes Reinigungsmittel und schrubben diese mit einer Bürste ab.

Tipp: Ein cooler Trick ist es, unhandliche oder großes Poolzubehör, einfach in den Pool zu stellen. In den folgenden Schritten wird das Poolwasser desinfiziert. Ihre Spielsachen und Ausrüstung reinigen Sie dabei gleich mit, clever oder?

Schritt 2: Testen Sie das Poolwasser

Überprüfen Sie das Poolwasser wöchentlich. Bevor Sie sich um das Algenproblem kümmern, sollten Sie ebenfalls einen Wassertest durchführen. Verwenden Sie dafür einfache Teststreifen oder ein Testkit. Die wichtigsten Werte sind der Chlorgehalt (FC), der pH-Wert und die Alkalität (TA).

Schritt 3: Korrigieren Sie die Poolchemie

Bei einer ausgewogenen Poolchemie befinden sich die Werte in diesen Bereichen:

  • pH-Wert: 7,2 bis 7,6
  • Alkalität: 80 bis 150 ppm
  • Chlorgehalt: ungefähr 3 ppm

Wenn es erforderlich ist, sollten Sie jetzt nachsteuern. Für die folgenden Schritte ist eine gleichgewichte Poolchemie eine wichtige Voraussetzung. Beispielsweise würden ein zu hoher pH-Wert oder eine zu niedrige Alkalität die Wirkung des Chlors hemmen. Sind alle Werte richtig, können Sie direkt zum nächsten Schritt springen.

Den pH-Wert erhöhen Sie mit dem Mittel pH-Plus und die Chemikalie pH-Minus senkt den pH-Wert ab.

Mit der Alkalität ist es etwas komplizierter. Es gibt Chemikalien, um die Alkalität anzuheben, das Absenken des Wertes ist allerdings schwieriger. Eine zu hohe Alkalität kann nur durch einen (teilweisen) Wasseraustausch oder durch eine stoßweise Hinzugabe von pH-Minus an der tiefsten Stelle des Pools abgesenkt werden.

Falls der Wert des Chlors zu niedrig ist, müssen Sie Chlorgranulat hinzugeben. Bei Algenbefall müssen Sie die Chlorkonzentration nicht künstlich senken, wenn sich diese einigermaßen im richtigen Bereich befindet. Der Chlorgehalt sinkt ohnehin im Laufe der Zeit ab.

Schritt 4: Bürsten Sie als gäbe es kein Morgen

Schrubben Sie die Algen von den Beckenwänden. Gehen Sie dabei gründlich vor, so kann das Desinfektionsmittel tiefer in die verbleibenden Algen eindringen. Fokussieren Sie sich bei Ihrer Arbeit auf die Stellen, in denen besonders viele Algen sind.

An schattigen Stellen, Ecken und schwer erreichbaren Orte wachsen die Algen besonders gerne. Bereits kurze Zeit nachdem Sie mit dem Bürsten begonnen haben, wird dies die Sicht im Wasser einschränken. Wenn dies der Fall ist, sollten Sie zwischen Schritt 4 und 5 hin- und herwechseln, bis Sie den Großteil der sichtbaren Algen entfernt haben.

Ihre Poolbürste sollte möglichst stabil sein. Idealerweise verfügt diese über Stahlborsten. Bei einem Vinylpool benötigen Sie hingegen weichere Borsten wie zum Beispiel aus Nylon.

Schritt 5: Manuelles Absaugen

Stellen Sie das Ventil auf Abfall (“Waste”) und saugen dann die Algen aus dem Pool. Sie verlieren bei diesem Prozess viel Poolwasser. Fokussieren Sie sich daher auf die besonders stark mit Algen bewachsenen Bereiche. Wenn es wirklich viel zu saugen gibt, sollten Sie über einen Gartenschlauch parallel frisches Wasser in den Pool leiten.

Hinweis: In der regulären Poolpflege sind automatische und Roboter Poolsauger sind praktische Gadgets. Bei einer Algenblüte im Pool sollten Sie jedoch auf diese Helfer verzichten. Der Grund dafür ist, dass die Roboter den Algen eher als Chauffeur dienen und sie im ganzen Pool verteilen, als dass sie Ihnen den Garaus zu machen.

Schritt 6: Führen Sie eine starke Stoßchlorung durch

Für eine ordentliche Stoßchlorung brauchen Sie Calciumhypochlorit Poolschocker – und davon nicht zu wenig. Befolgen Sie die Hinweise auf der Verpackung, um die Dosis für eine normale Poolschockung zu bestimmen. Multiplizieren Sie diese Dosis mit zwei, drei oder vier, je nachdem, mit welcher Algenart Sie es zu tun haben.

  • Grüne Algen: Zweifache Dosis
  • Gelbe oder dunkelgrüne Algen: Dreifache Dosis
  • Schwarze Algen: Vierfache Dosis

Nutzen Sie für die Stoßchlorung nicht Ihr normales Chlorgranulat, sondern Poolschocker mit nicht stabilisiertem Chlor. Dieses Chlor zerfällt bei Sonnenschein nach kurzer Zeit. Das ist der Grund, warum Sie diesen Schritt erst nach Einbruch der Dunkelheit durchführen können.

Tipp: Denken Sie daran, Ihre Poolausrüstung jetzt ins Wasser zu stellen, damit diese desinfiziert wird.

Schritt 7: Filtern Sie die Algen aus dem Wasser

Kontrollieren Sie den Wasserstand, stellen Sie dann das Ventil auf “filtern” und schalten diese ein. Lassen Sie die Pumpe nun für mindestens acht Stunden lang laufen.

Schritt 8: Erneut bürsten und schocken

Bevor Sie erneut eine Stoßchlorung durchführen, sollten Sie erneut die Poolwände abschrubben. Konzentrieren Sie sich auf die Stellen, an denen die Algen zuerst aufgetreten sind.

Besonders schwarze Algen schlagen tiefe Wurzeln. Selbst wenn die Algen scheinbar entfernt sind, können später erneut zum Vorschein kommen.

Bei dieser letzten Schockchlorung reicht eine einfache Dosis aus.

Hinweis: Es kann sein, dass auch am nächsten Morgen das Wasser noch trüb ist. Diese Trübungen sind wahrscheinlich eine Nebenwirkung der letzten Stoßchlorung. Verwenden Sie Klarmacher, um diese schnell zu beseitigen oder warten Sie einfach ab, bis das Wasser von alleine wieder klar wird.

Schritt 9: Reinigen Sie den Filter

Reinigen Sie den Filter. Auf keinen Fall sollten Sie diesen ausspülen. Schließlich ist das Letzte, das Sie jetzt wollen, die Algen wieder nach und nach in das Poolwasser zu spülen. Reinigen Sie den Filter daher gründlich mit Filterreiniger.

Hinweis: Bevor Sie jetzt wieder in den Pool steigen, sollten Sie ein letztes Mal das Poolwasser testen. Durch die zahlreichen Maßnahmen könnte die Poolchemie aus dem Gleichgewicht gekommen sein. Achten Sie beim Testen insbesondere auf den Chlorspiegel.

Wenn Sie frühzeitig Algen erkennen

Mit Flockungsmittel können Sie Algen entfernen, wenn Sie diese frühzeitig erkennen. Das Flockungsmittel erspart Ihnen eine Menge Arbeit und Geld, indem sich die Chemikalie mit den Algenpartikeln verbindet und es einfacher macht, diese aus dem Pool zu saugen.

Haben Sie nur ein leichtes Problem mit Grünalgen reicht die Behandlung mit Flockungsmittel aus. Bei ernsthaftem Algenbefall von grünen Algen oder anderer Arten, sollten Sie lieber den regulären Reinigungsplan befolgen.

Schritt-für-Schritt Anleitung

  1. Schalten Sie die Pumpe ab.
  2. Stellen Sie das Ventil auf Recyceln. Das Flockungsmittel wird auf diese Weise schnell mit dem Poolwasser vermischt.
  3. Fügen Sie die empfohlene Dosis an flüssigem oder pulverförmige Flockungsmittel hinzu.
    Stellen Sie die Pumpe wieder an und lassen Sie diese für mindestens zwei Stunden laufen.
    Schalten Sie die Filterpumpe wieder aus und lassen das Wasser über Nacht stehen. Das Flockungsmittel bindet sich in dieser Zeit an die Algenzellen, fällt aus und sammelt sich am Boden des Beckens an.
  4. Am nächsten Morgen stellen Sie das Ventil auf Abfall (“Waste”), sodass schmutziges Wasser nicht wieder in den Pool zurückfließt.
  5. Schließen Sie den Abwasserschlauch an.
  6. Saugen Sie den Pool ab. Gehen Sie langsam und vorsichtig vor, sodass Sie die Ablagerungen vom Boden nicht zu sehr aufzuwirbeln. Wenn das Wasser bei diesem Schritt zu trüb wird, müssen Sie kurz pausieren und die Partikel erst wieder absetzen lassen. Fügen Sie beim Saugen stets Wasser mit einem Gartenschlauch hinzu.
  7. Bei starker Algenbelastung: Bürsten Sie die Wände des Pool ab.
  8. Führen Sie eine Stoßchlorung mit der doppelten Dosis Poolschocker durch.
  9. Lassen Sie Ihren Filter für mindestens acht Stunden laufen.

Algen im Pool vorbeugen und weitere Tipps

Spätestens jetzt fragen Sie sich vielleicht, warum in dieser Anleitung Algizide noch gar nicht erwähnt wurden. Der Name täuscht etwas, denn tatsächlich sind Algizide eine viel effektivere Maßnahme in der Vorbeugung als darin, direkt die Algen abzutöten.

Abschließend wollen wir Ihnen einige Tipps zur Prävention eines Algenbefalls geben. Einige Tipps davon können Sie direkt nach der Entfernung der Algen umsetzen.

  • Geben Sie eine Dosis Algizid nach der Reinigung hinzu, um noch im Pool verbleibende Algen abzutöten.
  • Halten Sie eine ausgewogene Poolchemie aufrecht.
  • Lassen Sie Ihre Filterpumpe 8 bis 12 Stunden am Tag laufen.
  • Führen Sie mindestens alle 2 Wochen eine Stoßchlorung durch, um fremde Organismen im Pool zu bekämpfen.
  • Waschen und Desinfizieren Sie Poolausrüstung, Schwimmsachen, Badespielzeuge, Luftmatratzen, Teile der Tauchausrütung und co bevor Sie mit diesen im Pool baden gehen, um keine Algen einzuschleppen.
  • Kontrollieren und reparieren Sie die Wände und Ecken Ihres Pools. Risse bieten Algen das ideale Versteck, das zugleich fast unmöglich zu reinigen ist.
  • In einem Salzwasser-Pool unterscheidet sich das Vorgehen nicht. Algen können sich auch in Salzwasser breit machen. Wenden Sie ebenfalls Calciumhypochlorit-Schock an, um die Algenzellen abzutöten.

Ein Schlusswort

Algen sind hinterlistig. Selbst regelmäßig gewartete Pools mit einer ausgeglichenen Poolchemie können von Algen befallen werden. Hohe Temperaturen, feuchte Luft und viel Niederschlag begünstigen Algenbefall – um nur drei Faktoren zu nennen, die Sie nicht beeinflussen können.

Das Wichtigste ist, dass Sie sofort handeln, wenn Sie Algen im Pool bemerken. Algen wachsen von Tag zu Tag und machen die Entfernung immer schwieriger. Seien Sie bei der Reinigung gründlich. Bleiben nur eine kleine Anzahl an Algensporen zurück, können diese schnell wieder aufblühen.

Die Entfernung ist nicht immer einfach, sorgen Sie daher dafür, dass die Algen sich erst gar nicht im Pool breit machen können. Machen Sie Algizid zum Teil Ihrer regelmäßigen Poolpflege, um die Algen von vornherein effektiv fernhalten.


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