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Pool riecht nach Chlor: In 8 Schritten Chemie-Geruch loswerden

Um den Sommer maximal genießen zu können, möchten Poolbesitzer in glasklarem Wasser baden, weswegen sie Chlor als Desinfektionsmittel gegen organische Fremdkörper im eigenen Gartenpool verwenden. Meist wirkt es in einem abgestimmten Zusammenspiel mit weiteren chemischen Mittel zur Pflege des Pools und manuellen Reinigungsmaßnahmen optimal.

Doch auch der Einsatz von Chlor hat seine Tücken: In so manch einem Schwimmbecken kann sich ein stechender Geruch entwickeln, den viele aus größeren Poollandschaften gewohnt sind. Damit der Chemiegeruch zeitnah wieder aus dem Wasser entfernt wird und somit unbedenklich das kühle Nass zu einer sommerlichen Erfrischung beitragen kann, lassen sich einige Schritte einleiten.

Die Ursache für den Chlorgeruch im Pool

Bevor man den Geruch nach Chlor beseitigt, lohnt es sich in den meisten Fällen, Ursachenforschung zu betreiben. Denn anders als oft angenommen, rührt der chemische Duft nicht von einem Übermaß der Chemikalie, sondern im Gegenteil von einem zu geringen Anteil an freiem Chlor in dem Wasser Ihres Pools.

Organische Verbindungen jeder Art, bei kleineren Kindern kommt zum Beispiel oftmals Urin im Poolwasser vor, bilden bei einer mangelnden Poolhygiene sogenannte Chloramine, die Chlor in seiner gebundenen Form darstellen, da keine vollständige Oxidation stattfindet. Entweder befindet sich prinzipiell zu wenig Chlor in dem Wasser Ihres Pools, oder die Schadstoffbelastung hat sich beispielsweise durch Schäden an dem pooleigenen Filtersystem unerwartet erhöht.

Zudem kann der pH-Wert falsch eingestellt sein oder es wurde vergessen das Poolwasser nach der Überwinterung vollständig auszutauschen.

In 8 Schritten Chemie-Geruch loswerden

Bei einem auffälligen Geruch nach Chlor, müssen einerseits die Chloramine beseitigt werden, weil sich gebundenes Chlor nicht von alleine in dem Wasser Ihres Pools abbaut. Andererseits sollten aber auch eventuelle Schwachstellen bei der chemischen beziehungsweise manuellen Poolpflege, soweit sie vorhanden sind, korrigiert werden. Welche Arbeitsschritte für eine Entfernung des chemischen Geruchs notwendig sind, ist in den nachfolgenden Abschnitten erläutert.

Schritt 1: Poolwasser testen

Um die chemischen Eigenschaften des Wasser zu überprüfen, gibt es zahlreiche Tests. Vielfach ist ein entsprechendes Test-Kit bei dem Kauf von Poolpflegemitteln bereits im Preis inbegriffen.
Mithilfe der sogenannten DPD-Methode lässt sich der Chlorgehalt messen, welcher idealerweise zwischen 1,0 und 3,0 liegen sollte.

Zusätzlich ist es empfehlenswert, dass der Wert der oben bereits genannten Chloramine nicht höher als 0,2 Milligramm pro Liter ist. Weiterhin ist anzuraten, sowohl den pH-Wert als auch die Härte des Wassers Ihres Pools zu analysieren.

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Schritt 2: pH-Wert korrigieren

Ein optimaler pH-Wert ist in einem Bereich zwischen 7,0 und 7,4 anzusiedeln: Dies bedeutet, dass das Poolwasser schwach alkalisch ist. Ist der pH-Wert zu hoch, führt das sowohl zu Beeinträchtigungen der Hautverträglichkeit, als auch der desinfizierenden Wirkung des zugefügten Chlors. Ein zu niedriger pH-Wert wirkt sich hingegen vor allem auf die Fugen der Poolfliesen sowie metallene Bestandteile des Schwimmbeckens negativ aus.

Schritt 3: Schockchlorung durchführen

Liegt der freie Chlorgehalt unter 0,3 Milligramm pro Liter empfiehlt sich eine sogenannte Stoß- oder Schockchlorung. Jene wird entweder durch die Gabe einer Schnellchlortablette oder von zwanzig Gramm Chlorgranulat pro einem Kubikmeter Poolwasser herbeigeführt, wobei auf jeden Fall die individuellen Hinweise der Hersteller beachtet werden müssen. Je nach Gegebenheit wird das entsprechende Mittel in den Skimmer gegeben beziehungsweise vor der Verwendung in einem Eimer mit lauwarmem Wasser aufgelöst.

Diese Maßnahme der Schockchlorung beseitigt nicht nur die Chloramine, welche den chemischen Geruch verursachen, sondern wirkt auch anderen organischen Lebewesen wie Algen oder Bakterien im Wasser des Pools entgegen. Man führt mit jener kurzfristigen Überdosierung des Chlors gewissermaßen eine Grundreinigung des Poolwassers herbei. Es ist essenziell wichtig, auf die schnelle Löslichkeit des Chlors zu achten um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Schritt 4: Filteranlage laufen lassen

Nach einer Schockchlorung erfolgt die Verteilung des chemischen Hilfsmittels durch den Einsatz der Filteranlage (Kartuschenfilter oder Sandfilteranlage), welche daher mindestens zwei Tage ohne Unterbrechung in Betrieb genommen werden sollte. Wenn die Möglichkeit vorhanden ist, bietet es sich an, zu Anfang die Einstellung des Ventils auf „Zirkulieren“ vorzunehmen. Hierdurch erfolgt eine direkte Rückführung des Wassers in das Schwimmbecken ohne Zwischenschaltung des Filters, was eine noch effektivere Umwälzung zur Folge hat.

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Schritt 5: Flockungsmittel hinzugeben

Damit auch kleinste im Wasser schwebende Teilchen für die Filteranlage erfassbar werden, empfiehlt sich die Zugabe von Flockungsmittel. Dieses garantiert ein kristallklares und hygienisch einwandfreies Poolwasser. Bei der Dosierung sollten jedoch unbedingt die entsprechenden Angaben des Herstellers beachtet werden.

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Schritt 6: Algenmittel hinzugeben (optional)

Eine optionale Maßnahme, die sich zur Vorbeugung eines erneuten chemischen Geruchs ebenso eignet wie der Bekämpfung von Verfärbungen im Wasser Ihres Pools, ist die Gabe von Algenmittel. Es wirkt in Kombination mit einem korrekt eingestellten PH-Wert als Möglichkeit der Poolhygiene auf die Eigenschaften des Poolwassers ein.

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Schritt 7: Abwarten

Sowohl die Verteilung des zur Stoßchlorung eingesetzten Chlors, als auch die Einstellung des pH-Werts in dem gesamten Schwimmbecken, erfordern Zeit. Obwohl die Filteranlage mit einer Zeitspanne von zwei Tagen am längsten in Betrieb ist, sollte man jederzeit in Betracht ziehen, dass der pH-Wert ebenfalls bis zu zwölf Stunden benötigen kann, bis er den anvisierten optimalen Messwert nach der Zugabe von den entsprechenden chemischen Mitteln erreicht hat.

Um sicher zu stellen, dass die Arbeitsschritte zur Beseitigung des Chlor-Geruchs erfolgreich waren, müssen Sie an dieser Stelle einige Zeit verstreichen lassen.

Schritt 8: Ein letztes Mal den Chlorwert überprüfen

Prinzipiell ist es anzuraten, die chemischen Zusammensetzung Ihres Poolwassers in regelmäßigen Abständen zu analysieren und gegebenenfalls anzupassen. Nach der Umwälzung des Wassers durch die Filteranlage, empfiehlt sich eine erneute Messung des Chlorwerts, um insbesondere bei empfindlicher Haut keine Reizungen zu riskieren. Gesetzt den Fall der unangenehme Geruch ist verschwunden, sollte bei einem Chlorwert über der Norm noch einige Zeit auf das Badevergnügen verzichtet werden.

Chlor-Geruch loswerden: Alternative

Sollte der unangenehme Duft auch nach den oben genannten Maßnahmen nicht verschwunden sein, gibt es noch eine letzte Möglichkeit um diesen zu beseitigen. Zuallererst gilt es das Wasser vollständig zu wechseln und dabei, soweit dies durchführbar ist, nicht auf Brunnenwasser zurück zu greifen, weil es mit erhöhten Mengen an gelösten Metallen belastet sein kann, welche wiederum Verfärbungen und Beschädigungen auslösen. Schlussendlich erfolgt nach der erneuten Befüllung des Schwimmbeckens eine optimale Einstellung der Zusammensetzung des Wasser mittels chemischer Poolpflegemittel.

Maßnahmen zur Vorbeugung von Chlorgeruch im Pool

Idealerweise entsteht der typische Chlorgeruch gar nicht erst. Neben einer in regelmäßigen Abständen erfolgenden manuellen Reinigung des Pools, sollte auch der Einsatz von chemischen Poolpflegemitteln, wie zum Beispiel Algenschmutzmittel sowie Chlortabletten, fest in die wöchentliche, beziehungsweise je nach Wetter und Nutzung sogar tägliche, Routine integriert werden.

Zudem gilt es die Filteranlage des Pools entsprechend zu warten, zu säubern und gegebenenfalls zu reparieren, damit alle Werte optimal eingestellt sind, was die Bildung von Chloraminen sowie weiteren organischen Verbindungen verhindert.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Chlorgeruch im Pool beantwortet


Wie viel Chlor gehört ins Becken?

Man unterscheidet allgemein zwischen sogenanntem „freien“ und „gebundenem“ Chlor. Ersteres entfaltet noch seine desinfizierende Wirkung, wohin letzteres bereits im Hinblick auf die Desinfektion gewirkt hat.
Normalerweise ist bei privaten Pools ein Gehalt von 0,5 bis 1,0 Milligramm pro Liter an freiem Chlor akzeptabel.

Wird das Schwimmbecken häufig zum Baden genutzt oder sind die Temperaturen überdurchschnittlich hoch, empfiehlt sich eine Anhebung auf 0,7 bis 1,2 Milligramm pro Liter. Allerdings sollte das Wasser des Pools höchsten 0,2 Milligramm pro Liter an gebundenem Chlor enthalten.

Was passiert, wenn nicht genügend Chlor im Wasser ist?

Ein zu geringer Anteil an freien, also ungebundenem Chlor, wirkt sich negativ auf die Qualität des Poolwassers aus. Aufgrund der Tatsache, dass organische Verbindungen, hierzu zählen zum Beispiel Urin, Schweiß und Blut, nicht mehr gebunden werden können, ist das Potenzial für eine Keimbildung mit gesundheitlichen Folgen wahrscheinlich.

Ein Hinweis auf zu wenig Chlor im Wasser des Pools ist ein prägnanter chemischer Geruch, der durch die Entstehung von sogenannten Chloraminen, auch bekannt unter der Bezeichnung „gebundenem Chlor“, herbeigeführt wird.

Was bedeutet Stoßchlorung und wann wird es angewandt?

Eine Stoß- beziehungsweise Schockchlorung ist eine zeitlich begrenzte sowie gewollte Überdosierung von freiem Chlor. Meist findet die Gabe in Tablettenform oder als Granulat statt, wobei ersteres in den Skimmer und letzteres in einem Eimer mit lauwarmem Wasser dem Schwimmbecken zugeführt werden. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass nur schnelllösliches Chlor als Mittel bei einer Stoßchlorung Anwendung findet.

Das Ziel einer Schockchlorung besteht in einer grundlegenden Reinigung des Wassers von kleinsten Lebewesen wie zum Beispiel Pilzen, Bakterien, aber auch Algen, insbesondere nach einer Befüllung mit frischem Poolwasser aber auch bei Verunreinigungen. Zudem dient es zur Entfernung von gebundenem Chlor und der Beseitigung des damit verbundenen chemischen Geruchs.

Leseempfehlung: Eine Stoßchlorung richtig durchführen

Fazit

Anders als häufig von Poolbesitzern und anderen Mitgliedern der Gesellschaft angenommen, deutet der typische Geruch von Chlor nicht auf eine Überdosierung, sondern auf einen Mangel an freiem Chlor, welches eine Desinfektion zur Folge hat, hin. Vielmehr befinden sich im Wasser des Pools sogenannte Chloramine, die es zu beseitigen gilt.

Nicht nur eine korrekt eingestellte Poolchemie, auch die Nutzung der Filteranlage nach einer Stoßchlorung sollten dabei vollzogen werden. Gesetzt den Fall diese Schritte führen nicht zur dem Verschwinden des störenden Geruchs, kann eine erneute Befüllung mit Frischwasser das Problem beseitigen. Regelmäßige manuelle und chemische Reinings- beziehungsweise Pflegemaßnahmen des Schwimmbeckens sowie seines Wassers können der störenden Geruchsbildung oftmals vorbeugen.

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