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Rotalgen im Pool, was tun? (Schritt-für-Schritt Anleitung)

Igitt! Was ist das denn?

Ein rosaroter Schleim ist scheinbar über Nacht in Ihrem Pool entstanden und trübt nun das Wasser. Was ist der Auslöser? Wilde Tiere, verschmutztes Füllwasser oder war das nur ein Streich der Nachbarskinder?

Tatsächlich ist Ihr Desinfektionsmittel der direkte Auslöser der Rotfärbung des Pools. Aber wie kann das sein? Die Rotalgen müssten doch vom Chlor abgetötet werden?

Die Antwort ist: Jein.

Richtig ist, dass Sie Algen und andere Fremdkörper mit Chlor abtöten können. Die vermeintlichen Rotalgen im Pool sind allerdings gar keine Algen. Es handelt sich um Bakterien, die einen Biofilm an den Beckenwänden und am Boden des Pools bilden.

Was sind Rotalgen?

Bei Rotfärbungen oder Ablagerungen an den Wänden oder dem Boden des Schwimmbeckens wird fälschlicherweise häufig von Rotalgen im Pool gesprochen. Der in der englischen Sprache “pink slime” genannte Absatz ist eigentlich ein Biofilm, der aus Bakterien besteht.

Das Prinzip eines Biofilm kennt jeder von den Zähnen. Der Belag, der sich im Laufe des Tages auf den Zähnen bildet, ist nichts anderes als ein Biofilm. Unser Mund ist voll von Mikroorganismen. Die Plaque-Bakterien lagern sich als bakteriellen Zahnbeläge auf unseren Zähnen ab.

Im Allgemeinen meint der Begriff “Biofilm” Bakterien, die sich an Gegenständen ablagern. Die Bakterien im Mund sind genauso wie die “Rotalgen” für die Gesundheit des Menschen unschädlich.

Die Rotalgen – oder besser gesagt der Biofilm – können in jeder Art von Pools wachsen. Sie setzen sich dabei an Wänden und am Beckenboden ab. Die Ursachen davon können ein zu niedrig dosiertes Desinfektionsmittel (zum Beispiel Chlor), widrige Witterungseinflüsse oder das Vernachlässigen der Poolpflege sein.

Im ersten Schritt ist der Biofilm meistens nicht rötlich, sondern nur farblos. Wenn Sie bemerken, dass der Boden und die Wände plötzlich glitschig werden, ist das ein erstes Warnzeichen. In einer anderen Ausprägung können auch fadenähnliche Gebilde auftreten.

Die Rotfärbung tritt oft erst ein, wenn Sie wieder mehr Chlor (z.B. in Form von Chlortabletten) oder ein anderes Desinfektionsmittel in das Poolwasser geben, denn dann sterben die Bakterien ab und hinterlassen Ihre charakteristisches Rosarot.

Poolbesitzer sind oft irritiert, weil sich vermeintlich Rotalgen im Pool bilden, wenn Sie den Pool eigentlich desinfizieren. Allerdings war der farblose Biofilm bereits die ganze Zeit im Wasser und wurde nun nur durch die Hinzugabe des Desinfektionsmittels sichtbar.

Die Verfärbung tritt bei der Anwendung aller gängigen Desinfektionsmittel für Pools auf, da das Phänomen darauf basiert, dass die Bakterien abgetötet werden und auf natürliche Weise eine rosarote Färbung entsteht.

Am besten lösen Sie das Problem mit dem Biofilm beziehungsweise den Rotalgen im Pool, indem Sie zum Einen den Biofilm aus dem Pool entfernen und dann wirksame Vorbeugungsmaßnahmen ergreifen, sodass sich ein Biofilm nicht mehr in Ihrem Pool bilden kann.

Rotalgen aus dem Pool entfernen

Für die Entfernung der Rotalgen aus dem Pool bedarf es mehr als nur Desinfektionsmitteln. Auch in unserem Beispiel mit dem Zahnbelag reicht die Hinzugabe eines Mittels wie beispielsweise einer Mundspülung nicht aus, um den Mund rein zu halten.

Für den Zahnbelag brauchen Sie eine Zahnbürste und auch beim Pool gilt es, den dünnen Film mechanisch zu entfernen. Die tägliche Übung beim Zähneputzen hat Sie schon zu einem echten Experten für das Entfernen eines Biofilms gemacht.

Mit der folgenden Schritt-für-Schritt Anleitung bauen wir quasi darauf auf und zeigen Ihnen, wie Sie einen Biofilm bzw. wie Sie die Rotalgen aus dem Pool entfernen können. Danach geben wir Ihnen weitere Tipps, wie Sie verhindern können, dass sich überhaupt ein Biofilm im Swimming Pool bilden kann.

Schritt 1: Testen Sie das Poolwasser

Für die nachfolgenden Schritte ist eine ausgewogene Poolchemie eine notwendige Bedingung.

Überprüfen Sie das Poolwasser mit Teststreifen oder einem Testkit. Die wichtigste Werte sind dabei der Chlorgehalt, der pH-Wert und die Alkalität.

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Schritt 2: Korrigieren Sie die Poolchemie

Vergleichen Sie die gemessenen Werte mit diesen Idealwerten:

  • pH-Wert: 7,0 bis 7,4
  • Gesamtalkalität: 80 bis 150 ppm
  • Chlorgehalt: 2 bis 3 ppm

Wenn die Messungen allesamt OK sind, können Sie zum nächsten Schritt übergehen. Liegen Ihre Werte nicht in diesen Bereichen, müssen Sie nachsteuern.

Eine unausgeglichene Poolchemie könnte die desinfizierende Wirkung des Chlors hemmen. Beispielsweise würde ein zu hoher pH-Wert oder eine zu niedrige Alkalität die Wirkung negativ beeinträchtigen.

Die Korrektur der Poolchemie geht unkompliziert vonstatten. Mit den beiden Chemikalien pH-Plus und pH-Minus können Sie den Pool pH-Wert erhöhen beziehungsweise absenken.

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Die Gesamtalkalität (TA) lässt sich weniger leicht einstellen als der pH-Wert. Für die Erhöhung der Alkalität gibt es chemische Mittel, ein Absenken der Konzentration können Sie allerdings nur über einen (teilweisen) Wasseraustausch erreichen oder indem Sie in einem Schub pH-Minus in die Mitte des Pools geben. Stellen Sie die Alkalität stets zuerst ein, bevor Sie sich um den pH-Wert und dann um den Chlorgehalt kümmern.

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Der Chlorgehalt baut sich mit der Zeit ab. Aus diesem Grund müssen Sie regelmäßig neues Chlorgranulat bzw. Chlor in Tabletten- oder Pulverform hinzugeben.

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Schritt 3: Reinigen Sie den Pool

Bürsten Sie die Wände und den Boden des Schwimmbeckens ab. Achten Sie auf die Ecken und andere schwer zugängliche Stellen (wie beispielsweise hinter der Leiter).

Verwenden Sie eine möglichst stabile Poolbürste. Bei Becken aus Gips- oder Beton sollten Sie eine Poolbürste mit Stahlborsten wählen, für PVC-Pools brauchen Sie ein weicheres Modell zum Beispiel mit Borsten aus Nylon.

Wir sind von diese Poolbürste mit Borsten aus Nylon überzeugt. Für aufblasbare Pools ist die Bürste sehr gut geeignet:

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Saugen Sie mit einem Poolsauger (z.B. mit einem manuellen Poolsauger) die abgeschabten Bakterien ab. Für die Verwendung eines Poolsaugers müssen Sie das Ventil Ihrer Filteranlage auf Abfall (“Waste”) stellen. Bedenken Sie, dass die Pumpe ausgeschaltet sein muss, wenn Sie das Ventil umstellen wollen.

Steht das Ventil auf Abfall, wird das abgesaugte Poolwasser direkt aus dem Pool geleitet. Sorgen Sie beim Saugen mittels eines Gartenschlauchs für permanenten Wasserzufluss, damit der Wasserstand nicht zu niedrig sinkt.

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Schritt 4: Rückspülung

Die Bakterien lieben geradezu die PVC-Rohre Ihres Filtrationssystems. Lassen Sie den Filter mindestens 5 Minuten rückspülen, um die Bakterien aus der Anlage zu bekommen.

Schritt 5: Dreifache Stoßchlorung

Jetzt steht eine Stoßchlorung an. Geben Sie nach Einbruch der Dunkelheit bei laufender Umwälzung Poolschocker hinzu. Bestimmen Sie mit Hilfe der Packungsinformationen die empfohlene Dosis für Ihren Pool und multiplizieren Sie diesen Wert dann mit drei, um eine Dosierung zu haben, die die Bakterien wirklich abtötet.

Hinweis: Verwenden Sie für die Stoßchlorung nur speziell dafür gemachte Chemikalien. Wichtig ist, dass Sie unstabilisiertes Chlor benutzen, da dieses bei Sonnenschein schnell wieder zerfällt.

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Schritt 6: 24 Stunden filtern mit Filterreiniger

Geben Sie Filterreiniger in den Filter und lassen Sie diesen dann 24 Stunden lang kontinuierlich laufen. Führen Sie danach erneut eine Rückspülung durch.

Schritt 7: Test Numero 2

Einen Tag nach der Stoßchlorung sollten Sie einen erneuten Wassertest durchführen. Verwenden Sie dafür erneut Teststreifen oder ein Testkit. Stellen Sie sicher, dass der pH-Wert, die Alkalität und der Chlorgehalt sich im richtigen Bereich verbindet.

Möglich ist, dass die Konzentration des Chlors niedrig ist. Wenn der Biofilm nicht vollständig beseitigt wurde, wird das Chlor weiterhin beim Desinfizieren verbraucht.

Ein Hinweis darauf, dass noch Biofilm beziehungsweise Rotalgen im Pool sind, ist ein Chlorgehalt von unter 1,5 ppm. Führen Sie in diesem Fall eine erneute Stoßchlorung durch und geben Sie mehr Chlorgranulat in den Pool.

Tipps, um rote Algen im Pool vorzubeugen

Zu den vermeintlichen roten Algen im Pool muss es nicht kommen. Mit einigen Tricks können Sie die Bildung eines Biofilms im Vorhinein effektiv vermeiden.

  • Ein häufiger Auslöser für die Ansiedlung der Bakterien im Poolwasser ist, dass wenn der Poolbesitzer in den Urlaub fährt, sich niemand um die Poolpflege kümmert.
    Mit der Zeit sinkt der Chlorgehalt ab und macht Ihren Pool zur idealen Heimat für Bakterien. Im besten Fall haben Sie jemanden, der sich um die Poolchemie kümmert. Wenn das nicht der Fall ist, sollten Sie zumindest vor der Abfahrt kräftig Chlorgranulat ins Wasser geben.
  • Bewahren Sie stets einen Chlorgehalt von 2 bis 3 ppm aufrecht. Bei einem zu niedrigen Gehalt des Desinfektionsmittels werden die Bakterien nicht abgetötet.
  • Bürsten und saugen Sie die Wände und den Boden des Schwimmbeckens regelmäßig ab, um die Bildung eines Biofilms zu verhindern. Nutzen Sie am besten einen automatischen Poolreiniger oder einen vollautomatischen Poolroboter, um sich die Arbeit zu erleichtern und den Pool immer blitzblank zu halten.
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Fazit

Jetzt wissen Sie es: Die rosarote glitschige Schicht in Ihrem Pool sind nicht etwa Algen, sondern eigentlich eine Ablagerung aus Bakterien.

Aber ganz egal ob Biofilm oder Rotalgen – die Hauptsache ist doch, dass Sie wissen, wie man diese Fremdkörper entfernt und effektiv fernhält.

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