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Egel im Teich: Was tun? Teichegel erkennen und loswerden

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Auch im heimischen Teich kommen Egel vereinzelt vor. Einige Egel im Teich sind schlimmer als andere. Worauf es zu achten gilt, wie man diese Teichegel erkennen kann und welche Maßnahmen jeweils erforderlich sind, erfahren Sie im Folgenden.

Egel im Teich erkennen: Welche Teichegel gibt es?

Egel sind eine Unterart der Ringelwürmer und entfernt mit Regenwürmern verwandt. Ungefähr 300 verschiedene Arten gibt es weltweit, wobei sich nur wenige davon parasitär ernähren und für Fische und andere Wirte mit geschwächtem Immunsystem gefährlich werden können. Je nach Art werden sie zwischen 0,5 und 50 Zentimeter lang.

Egel leben fast ausschließlich in stehenden Gewässern oder in Gewässern, die sich nur wenig bewegen. Man erkennt sie an ihrem wurmförmigen Körper, der in Segmente unterteilt ist und einen Saugnapf am Vorderteil sowie am Hinterteil hat. Mit diesen Saugnäpfen können sie sich problemlos an die sich im Teich befindenden Fische anheften.

Alle Egelarten sind Zwitter, benötigen zur Fortpflanzung jedoch einen Geschlechtspartner, mit dem sie sich wechselseitig paaren und anschließen Eier legen.

Blutegel

Beim Blutegel spricht man auch vom sogenannten medizinischen Blutegel, der für Menschen in der Regel nicht nur ungefährlich ist, sondern sogar als tierischer Helfer eingesetzt wird. Wenn er Blut saugt, gibt er gleichzeitig seinen Speichel ab, der mehr als 20 verschiedene Stoffe enthält. In der Medizin werden Blutegel zum Beispiel gegen Gürtelrose, Rheuma, Thrombosen und Tinnitus eingesetzt.

Es kann allerdings auf der anderen Seite die Gefahr bestehen, dass der Blutegel über seinen Speichel unter anderem Bakterien überträgt.

Blutegel sind leicht an ihrem ovalen und nicht runden Körperquerschnitt zu erkennen. Ausgewachsene Tiere werden bis zu 15 Zentimeter lang. Bei hellem Licht oder bei Vorhandensein von Blut im Egel ist eine Rückenzeichnung zu erkennen.

Der in unseren Breiten vorkommende Blutegel ist bräunlich bis olivgrün gefärbt, hat sechs meist rötliche Längsstreifen auf dem Rücken sowie schwarze Flecken auf dem Bauch. Dagegen ist die Bauchseite des Ungarischen Blutegels einfarbig grün.

Blutegel werden erst mit 3 Jahren geschlechtsreif und können mehr als 30 Jahre alt werden.

Fischegel

In fließenden Gewässern und Teichen ist der Fischegel weitverbreitet. Er wird bis zu 5 Zentimeter groß. Mit seinem scheibenförmigen Saugnapf heftet er sich vor allem in den Wintermonaten an Teichfische an, die sich aufgrund der kühleren Wassertemperatur wenig bewegen und sich überwiegend in der Nähe des Teichbodens aufhalten.

Sobald der Fischegel seinen Wirt ausgesaugt hat, fällt er ab und wartet auf den nächsten Fisch. Vor allem in Gartenteich mit einer erhöhten Nährstoffkonzentration fühlt sich diese Art wohl und vermehrt sich rasch. Fischegel können sich ab einer Wassertemperatur von 5 Grad fortpflanzen.

Großer Schneckenegel

Der Große Schneckenegel wird zwischen 1,5 und 3 Zentimeter groß und hat eine feste und knorpelige Körperoberfläche, die grau oder grünlich gefärbt ist. Den Großen Schneckenegel erkennt man gut an seinem Muster aus hellgelben und dunklen Flecken.

Dieser Egel gelangt meist als Laich mit Pflanzen und Steinen aus natürlichen Gewässern in den Gartenteich. Dort hält er sich tagsüber unter Steinen auf. Da er nicht schwimmen kann, bewegt er sich kriechend fort und befällt neben Wasserschnecken, die er gezielt sucht, auch Würmer und Insektenlarven

Zur Bekämpfung von Wasserschnecken ist der Schneckenegel nicht geeignet, da seine Besiedlungsdichte in der Regel zu gering ist.

Kleiner Schneckenegel

Auch der Kleine Schneckenegel bevorzugt im Teich lebende Wasserschnecken. Er wird nur 5 bis 10 Millimeter groß und hat einen milchig weißen oder gelblichen Körper, der flach und breit ist. Im Gegensatz zum Großen Schneckenegel fehlen ihm die Warzen auf dem Rücken.

Zu seiner Beute gehören ebenfalls Würmer und Insektenlarven.

Hundeegel

Der Hundeegel ist an seinen acht Augen zu erkennen und wird circa 6 Zentimeter lang. Dieser Rollegel ist jedoch kein Blutsauger, sondern er verschlingt kleinere Wassertiere. Im Gartenteich ist er deshalb völlig harmlos. Da der Hundeegel auch verschmutzte Gewässer verträgt, ist er ein wichtiger biologischer Indikator für die Gewässergütebestimmung.

Pferdeegel

Pferdeegel werden bis zu 15 Zentimeter lang und werden aufgrund ihrer Färbung deshalb häufig mit dem Blutegel verwechselt. Wie der Hundeegel saugt diese Art kein Blut, sondern ernährt sich von verschiedenen Wassertieren wie zum Beispiel Insektenlarven, Würmer, Fischbrut sowie Laich und Larven von Amphibien.

Die nicht saugenden Egel können sich in mit Fischen besetzten Teichen nicht vermehren, da die Vermehrungsrate nur sehr gering ist und die Fische ihnen zudem ihre Nahrungsgrundlage nehmen.

Entenegel

Entenegel erreichen eine Länge bis 15 Zentimeter. Sie haben 4 hintereinander liegende Augenpaare. Der Rücken weist eine grünlich graue bis bräunlich graue Färbung auf sowie 4 Längsreihen aus gelben Flecken.

Diese Art ist sehr selten und lebt in stehenden Gewässern, beispielsweise in größeren Gartenteichen mit Enten. Der Egel heftet sich an die Wasservögel an und saugt deren Blut. 

Plattegel

Zu den häufigsten einheimischen Egelarten gehört der Plattegel. Vor allem in belasteten Gewässern kann er in Massen vorkommen, da er dort genügend Nahrung findet. Der Plattegel saugt sich nicht an Fischen an, sondern an Schnecken und anderen Wirbellosen.

Diese Egel werden maximal 2 Zentimetern groß und besitzen nur ein Augenpaar. Auffällig ist ihre gepunktete Musterung auf der Rückseite bei heller bis rötlicher Körperfarbe. Weitere Merkmale sind ein tropfenförmiger Körperbau und eine raupenähnliche Fortbewegung mittels ihrer Saugnäpfe. 

Welche Egel im Teich sind gefährlich?

Für den Menschen können nur Blutegel gefährlich werden, da ihr Speichel viele Erreger beherbergen. So wurden Protozoen (Toxoplasmose, Trypanosomen, Plasmodien) sowie Bakterien (Streptokokken, Clostridien, Aeromonas) nachgewiesen. 

Andere Egelarten wie Schneckenegel, Hundeegel, Fischegel, Pferdeegel oder Entenegel saugen nicht an Menschen. Sie können zwar durch ihre Saugtätigkeit an Wassertieren Krankheiten übertragen, sie dezimieren aber auch, wie der Plattegel, unerwünschte Plagegeister wie Mückenlarven.

Kommen im Gartenteich vereinzelt Fischegel vor, so ist das kein Grund zur Beunruhigung. Ist der Fischegel dagegen häufig, kann er zum Problem werden, da er größere Fisch stark schwächt und als Blutsauger kleine Fische sogar tötet. Doch auch schwerwiegende Fischkrankheiten werden durch diese Art übertragen.

Egel im Teich loswerden: So geht’s

Eine Massenvermehrung von beispielsweise Fischegeln im Teich geschieht nur, wenn das biologische Gleichgewicht gestört ist. Kommen viele Fischegel im Teich vor, kann die Ursache jedoch auch an anderer Stelle liegen.

Tipp: Um sicherzugehen, dass das Wasser in gutem Zustand ist, sollten Sie regelmäßig das Teichwasser testen.

Meist gelangen die Fischegel beim Kauf von neuen Teichpflanzen in den Teich. Daher sollte man die neuen Pflanzen für 24 bis 48 Stunden in einem kleinen Gefäß wässern und die Pflanzen danach auf Fischegel und deren Eikokons absuchen. Erst dann sollten die Pflanzen in den Teich gesetzt werden.

Fischegel wird man auch los, wenn man ihnen die Nahrung entzieht und die Teichfische deshalb für einige Wochen in ein anderes Gewässer umsetzt, sofern das möglich ist.

Ein vorübergehendes Bad der Fische in Salz- oder Kalkwasser eignet sich perfekt zur Bekämpfung des Fischegels. Damit dem Fisch dabei kein zusätzlicher Schaden zugefügt wird, sollte bei der Durchführung ein Fachmann hinzugezogen werden. 

Ist das biologische Gleichgewicht im Gartenteich gestört, kann man dies mit ein paar einfachen Maßnahmen wieder herstellen:

  • abgestorbene Pflanzenteile und Totholz aus dem Wasser entfernen
  • stark wuchernde Pflanzen zurückschneiden
  • Schlamm vom Teichboden absaugen
  • Fische hochwertig und abwechslungsreich füttern, um deren Abwehrkräfte stärken
  • Teiche an zu sonnigen Standorten beschatten
  • kalkhaltige Steine und Erden entfernen

Fischegel fangen

Leben im Teich bereits zu viele Fischegel, kann man sie mit einer einfachen, selbst gebauten Falle fangen und aus dem Teich entfernen. Die Fischegelfalle ist schnell gebaut und funktioniert ganz einfach:

  1. In eine saubere Blechdose bohrt man Löcher mit einem Durchmesser von 4 bis 6 Millimetern
  2. Nun gibt man ein Stück rohe Leber in die Dose
  3. Die Dose kommt nun für 24 Stunden in den Teich
  4. Der Duft der Leber lockt die Fischegel an und sie kriechen in die Dose. Haben sie sich satt gefressen, passen sie nicht mehr durch die Löcher und kommen nicht mehr heraus
  5. Jetzt entnimmt man die Dose wieder aus dem Teich und entsorgt diese mit den Egeln
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