Algen im Teich sind nicht nur lästig, sondern auch ein deutliches Zeichen dafür, dass das Ökosystem aufgrund eines Überflusses an Nährstoffen aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Lästige Algen im Gartenteich entfernst du, indem du mit richtiger Bepflanzung und dem Einsatz von Algenfressern wie Krebsen, Fischen und Schnecken arbeitest.
Manche Teichbesitzer wiederum schwören auf Hausmittel zum Entfernen von Algen wie Essig, Milch, Salz & Co. Einen vollständigen Überblick über alle Bekämpfungswege, nicht nur die Hausmittel, findest du im Artikel Algen im Teich bekämpfen.
Können Hausmittel mit Teich-Chemikalien mithalten?
Gelangen abgestorbene Pflanzenteile, Laub, Blütenpollen oder andere Verschmutzungen in den Teich, ist rasches Handeln notwendig.
Entfernst du die Verunreinigungen nicht rechtzeitig, sinken diese auf den Teichboden, zersetzen sich und bilden Faulschlamm und Faulgase.
Gleichzeitig sinkt der Sauerstoffgehalt, wodurch Wasserpflanzen, Fische und andere Teichbewohner erhebliche Probleme bekommen können.
Auf der anderen Seite begünstigt ein aus den Fugen geratenes biologisches Gleichgewicht, dass sich Algen rasant vermehren können. Auch starke Sonneneinstrahlung bringt Algen zum Wachsen. Kippt dein Teichwasser dagegen komplett um und wird grün, trüb oder milchig, findest du die passenden Sofortmaßnahmen im Artikel Teichwasser grün, trüb oder milchig.
Den Schlamm kannst du einfach mit einem Teichschlammsauger entfernen, der auch Algen einsaugen kann.
Du kannst Algen mechanisch bekämpfen, zudem bietet der Fachhandel verschiedene Chemikalien gegen lästige Algen im Teich an.
Diese chemischen oder künstlichen Anti-Algenmittel wirken allgemein oder für bestimmte Algenarten. So müssen Grünalgen, Blaualgen oder Rotalgen unterschiedlich bekämpft werden.
Die chemischen Produkte wirken meist sehr effektiv. Sie beheben aber nicht die Ursache, sondern lösen das Algenproblem nur kurzfristig.
Sobald die Wirkung nachlässt, bilden sich die Algen regelmäßig neu. Zudem können diese Mittel kein natürliches Gleichgewicht herstellen, sondern verschlechtern es sogar eher.
Unter den zahlreichen Hausmitteln, die mittlerweile Anwendung finden, gibt es tatsächlich einige wenige, die gegen starken Algenbefall helfen und längerfristig wirken.
Andere Hausmittel dagegen solltest du nur in geringsten Dosen anwenden, um Teichbewohner und Pflanzen nicht zu schädigen. Dann gibt es auch Hausmittel, bei denen nicht nachgewiesen ist, ob sie gegen Algen helfen.
Empfohlene Hausmittel gegen Algen im Teich
Auf der Suche nach einer schonenden und biologischen Algenbekämpfung greifen immer mehr Teichbesitzer zu einem Hausmittel, von denen manche gut wirken und empfehlenswert sind.
Eichenholz
Mit Eichenholz lässt sich tatsächlich das Ausbreiten von Algen und Bakterien im Teichwasser unterbinden, und das sogar über einen längeren Zeitraum.
Am besten geeignet ist das Holz von ehemaligen Wein- oder Whiskeyfässern.
Diese Barriquefässer werden nach einigen Jahren aussortiert, da sie für die Herstellung von Wein oder Whiskey nicht mehr genügend Gerbstoffe abgeben.
Zur Bekämpfung von Algen reicht die Menge an Lignin, Tannin und anderen Gerbstoffen aber noch einige Jahre aus, um das Wachstum von Bakterien und Algen im Wasser zu unterbinden.
Du kannst damit sogar eine Algenblüte im Gartenteich verhindern.
Die im Wasser gelösten Gerbstoffe senken den pH-Wert im Wasser langsam und dauerhaft in einen leicht sauren Bereich, der weder Teichpflanzen noch den Fischen im Teich schadet.
Das Holz legst du einfach aufs Wasser, wobei du auch einen normalen Eichenast verwenden kannst. Dieser muss aber entfernt werden, bevor er verrottet.
Torf
Auch Torf enthält Gerbstoffe wie Lignin und Tannin und eignet sich wie Eichenholz deshalb gut gegen die Vermehrung von Algen.
Verwende nur ungedüngten Torf, wie er unter anderem im Fachhandel für Teiche oder Aquarien angeboten wird. Da Torf aus Mooren stammt, deren Abbau ökologisch problematisch ist, greifen viele Teichbesitzer inzwischen lieber zu Eichenholz oder Kokosfasern als torffreier Alternative.
Die Torffasern hängst du zum Beispiel in einem kleinen Jutesack direkt ins Wasser. Du kannst sie aber auch in eine der Kammern eines Mehrkammer-Teichfilters geben.
Das Teichwasser nimmt dadurch zwar einen leicht bräunlichen Farbton an, bleibt aber völlig klar.
Der große Vorteil, wenn du einen Jutebeutel mit Torf verwendest, ist, dass du die Algenbildung nachhaltig unterbindest, da der Effekt lange anhält und selbst im Jahr darauf noch wirksam ist.
Kalk
Kalk erhöht und stabilisiert den pH-Wert im Wasser. Im Gartenteich verwendest du Branntkalk, der vor allem gegen freischwebende Mikroalgen hilft. Die winzigen Algen lagern sich an den Kalkteilen an, sinken auf den Teichgrund, wo sie aufgrund mangelnder Belichtung absterben.
Ist das Teichwasser sehr nährstoffreich, musst du im Sommer die Kalkung mehrmals wiederholen. Pro 1.000 Quadratmeter Wasserfläche kommen an heißen Sommertagen maximal 10 bis 15 Kilogramm gemahlener Branntkalk 90 in den Teich.
Brottrunk
Bei einem neu angelegten und frisch bepflanzten Teich ist Brottrunk ein ideales Hausmittel für klares und sauberes Wasser über Wochen oder sogar Monate hinweg. Brottrunk wird durch Milchsäuregärung aus einem speziellen biologischen Vollkornsauerteigbrot gewonnen.
Sobald sich Algen im Teich bilden, werden sie durch den Brottrunk gebunden und sinken auf den Teichboden ab.
Vor allem Schwebealgen, die du nur schwer bekämpfen kannst, lassen sich mit diesem Mittel hervorragend entfernen. Pro 1.000 Liter Wasser reicht die Zugabe von 50 Milliliter völlig aus.
Welche Hausmittel nicht oder nur bedingt gegen Teichalgen helfen
Zwar sind Hausmittel kostengünstige und umweltschonende Alternativen zu Bekämpfungsmitteln aus dem Fachhandel. Sie helfen jedoch nur bedingt und solltest du zudem nur sehr sparsam verwenden, da sie oft Säure enthalten.
Essig
Essig senkt den pH-Wert im Wasser und tötet mit seiner Säure verschiedene Algenarten ab. Die Säure kann aber für Wasserpflanzen und Teichbewohner eine extreme Belastung darstellen, weshalb du mit diesem Hausmittel sehr sparsam und dosiert umgehen musst.
Wenn du den Versuch mit Essig wagen möchtest, solltest du dieses Hausmittel im Verhältnis 1:2.500 anwenden, also auf 1.000 Liter Wasser höchstens 0,25 Liter Essig nehmen.
Besser als Essig kann reine Zitronensäure sein, da sie im Geschmack neutraler ist. In beiden Fällen musst du aber unmittelbar und in kurzen, regelmäßigen Abständen nach der Anwendung den pH-Wert im Wasser überprüfen.
Milch
Manche Teichbesitzer schwören auf das Hausmittel Milch und geben auch an, damit bei der Bekämpfung von Algen erfolgreich gewesen zu sein. Die Milchsäure in der Rohmilch soll den pH-Wert des Wassers positiv beeinflussen und dadurch Algen abtöten.
Milch enthält aber nicht nur Milchsäurebakterien, sondern auch Fette und andere Nährstoffe, die das Wasser für längere Zeit trüb machen.
In der Praxis und wissenschaftlich ist es nicht erwiesen, dass du Algen mit Milch loswirst, weshalb dieses Hausmittel nicht zu empfehlen ist.
Salz
Auch bei Salz ist es nicht erwiesen, dass es gut gegen Algen wirkt. Salz hat zudem die Eigenschaft, dass du es nicht mehr aus dem Wasser bekommst, da es nicht verschwindet oder verdunstet.
Ein kurzfristiges Salzbad ist zwar eine medizinische Maßnahme, wenn Fische krank sind oder eine Infektion haben. Zur Behandlung musst du die Fische allerdings in ein anderes Behältnis umsetzen.
Natron
Mit Natron ist es möglich, den Algenbelag von der Teichfolie oder von Steinen zu entfernen. Ideal ist eine Lösung aus Natron oder Soda und Wasser, mit der du die betroffenen Stellen einsprühst.
Möchtest du Natron im Gartenteich anwenden, musst du vorher die Fische und anderen Teichbewohner sowie Wasserpflanzen entnehmen, bevor du das Wasser zur Reinigung der Folie ablässt. Nach der Behandlung musst du die Reste der Lösung gründlich abspülen.
Vitamin C
Vitamin C galt im Kampf gegen grünes Wasser durch Algen lange als Insidertipp unter Poolbesitzern. Mittlerweile setzen es auch Teichbesitzer ein, wenn sich Algen in ihrem Gewässer ausbreiten.
Die im Vitamin C enthaltene Ascorbinsäure löst den Algenschmutz einfach auf, eignet sich jedoch nur kurzfristig, wenn du die Algen rasch loswerden möchtest.
Erneuter Algenbildung kannst du mit Vitamin C nicht vorbeugen, und die Säure ist bei mehrfacher Anwendung schädlich für die Wasserlebewesen.
Als Dosis reichen 10 Milligramm pro 1.000 Liter Wasser aus.
Salat und Kräuter
Wie Wasserpflanzen entziehen auch Salat und Kräuter dem Wasser Nährstoffe, die Algen zur Ausbreitung benötigen.
Den Salat oder beispielsweise Basilikum kultivierst du auf der Wasseroberfläche, wodurch der Teich zusätzlich beschattet wird.
Ob diese Pflanzen den Algen aber so viele Nährstoffe wegnehmen, dass sie sich nicht mehr vermehren können oder sogar eingehen, ist fraglich.
Kokosfasern
Kokosfasern haben sich im Garten als Torfersatz bewährt. Als Hausmittel für den heimischen Teich kommen sie aber nicht infrage, da sie im Gegensatz zu Torf keine Gerbstoffe abgeben.
Willst du das Algenwachstum dauerhaft und technisch in den Griff bekommen statt nur mit Hausmitteln gegenzusteuern, lohnt sich ein Blick in den Artikel UVC Teichklärer Test. Ein UVC-Klärer tötet Schwebealgen zuverlässig ab, bevor sie das Wasser eintrüben.

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