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Rote Algen im Teich: in 12 Schritten Rotalgen bekämpfen

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Zu den wenigen Algen, die auch im Süßwasser vorkommen, gehört die Rotalge. Unter günstigen Bedingungen können diese Algen im Teich schnell zu einer richtigen Plage werden. Doch diese Plage kann man in 12 Schritten wirksam bekämpfen, damit der Teich sauber wird.

Was sind Rotalgen und wie erkennt man diese im Teich?

Rotalgen verfärben sich durch die an der Fotosynthese beteiligten Phycobiliproteine rot. Sie leben überwiegend im Meer, einige Arten kommen aber auch in Aquarien oder Gartenteichen vor. Sie siedeln sich gerne auf Blättern der Wasserpflanzen sowie in Bereichen mit einer starken Strömung an.

Rotalgen bestehen aus bis zu 15 Zentimeter langen Zellfäden, wodurch eine lappige Form entsteht. Zu den Rotalgen gehören auch die Pinselalge und die Bartalge, die aber eher schwarz-gräulich gefärbt sind.

Bartalgen haben krausige Fäden, was sie wie Barthaare aussehen lässt. Pinselalgen hingegen haben eher eine Büschelform. Sie werden nicht ganz so lang wie Bartalgen, die in langen Schlieren auftreten kann.

Rotalgenbefall erkennt man leicht an der trüben und rötlichen Verfärbung des Teichwassers. Im schlimmsten Fall kann die Sauerstoffkonzentration durch Rotalgen im Teichwasser so stark sinken, dass die Fische im Wasser ersticken und der Teich umkippt.

Woher kommen rote Algen im Teich und wie vermehren sie sich?

Wie bei allen Algenarten vermehren sich Rotalgen, wenn der Nährstoffgehalt im Wasser zu hoch und das biologische Gleichgewicht gestört ist. Ursachen sind unter anderem zu hohe pH-, Nitrat- oder Phosphatwerte.

Sind im Teich Fische oder andere Wassertiere, können deren Ausscheidungen den Gehalt an Phosphat erhöhen.

Rotalgen vermehren sich auch stark, wenn im Gartenteich zu wenig Kohlenstoffdioxid vorhanden ist, in stark gefilterten Teichbecken sowie bei guten Lichtverhältnissen.

Die Rotalgen pflanzen sich in einem dreigliedrigen Lebenszyklus fort. Alle Formen und Stadien sind unbegeißelt. Bei der Fortpflanzung gibt es allerdings zahlreiche Ausnahmen. So sind bei einzelligen Rotalgen wie den Cyanidiales und den Porphyridiales keine sexuellen Vorgänge bekannt, und die Bangiales zeigen einen zweigliedrigen Generationswechsel.

Was man zum Rotalgen bekämpfen benötigt

Die Bekämpfung von Rotalgen oder Bartalgen von Hand ist mühsam und schwierig. So haften Rotalgen fest an Blättern und Steinen an. Da Bartalgen oft lange und zusammenhängende Strukturen bilden und um Wasserpflanzen wachsen, kann es passieren, dass man beim Abfischen diese Pflanzen abreißt.

Wirksamer sind technische Hilfsmittel oder spezielle Algenmittel. Letztere enthalten jedoch zum Beispiel Eisenchlorid, Aluminiumsalze oder Peroxid, wodurch Wasserpflanzen sowie Fische und andere Lebewesen schwer geschädigt werden können. Von Hausmitteln wie Milch oder Essig sollte man Abstand nehmen. Zwar senken beide Mittel durch ihren Säuregehalt den pH-Wert, jedoch belasten sie das Gleichgewicht des gesamten Ökosystems.

Mit folgenden Hilfsmitteln kann man ohne den Einsatz von Chemie Algen entfernen:

  • Kescher oder Stock
  • Teichschere
  • Teichschlammsauger
  • UV-C Wasserklärer

Kescher oder Stock: Bartalgen kann man vorsichtig mit einem Kescher entfernen. Es ist aber auch möglich, sie um einen Stock zu wickeln.

Teichschere: Rotlagen und Pinselalgen sind hartnäckig. Zupft man die Algen lediglich ab, bleibt die Basis haften und die Alge wächst einfach nach. Mit der Teichschere werden die befallenen Bereiche der Pflanzen abgeschnitten.

Teichschlammsauger: Mit diesem Gerät wird der Schlamm vom Teichboden abgesaugt. Auch in den Teich gefallenes Laub sowie Blätter können damit gut entfernt werden.

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Algenfreigerät: Auf natürliche Art wird man mit diesem Gerät lästige Algen los. Durch Klicktöne geraten die Hohlkörper der Algen in Schwingung und werden dadurch beschädigt. Andere Pflanzen und Lebewesen im Teich werden von den Tönen nicht beeinträchtigt, ebenso wenig Fische mit einem Hörvermögen von 100 Hertz.

UV-C Wasserklärer: UV-C Klärer sind mit ihrem Licht ein wirkungsvolles Mittel gegen Algen. Bei der Umwandlung der Algen durch das UV-Licht können Nitrite entstehen, die für Wasserlebewesen gefährlich werden können, weshalb man nach der Behandlung mit dem Klärer eventuell einen Teil des Teichwassers austauschen sollte. Der Nitritwert sollte nicht höher als 0,3 Milligramm pro Liter Wasser sein.

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Rotalgen im Teich bekämpfen: in 12 Schritten

Rotalgen mögen eher hartes Wasser und einen hohen pH-Wert, der gleichzeitig auf einen Mangel an Kohlenstoffdioxid hinweist. Diese Probleme kann man einfach lösen und in 12 Schritten kann man Rotalgen in seinem Teich bekämpfen.

Schritt 1: Befallene Blätter entfernen

Beim Entfernung älterer Blätter muss man vorsichtig sein. Es müssen nämlich noch genügend Blätter übrig bleiben, weshalb zunächst nur ein Teil der alten Blätter entfernt. Sind neue, algenfreie Blätter nachgewachsen, werden weitere alte und befallene Blätter entfernt.

Die endgültige Beseitigung der Algen kann sich daher über einen längeren Zeitraum erstrecken. Wichtig ist, dass in dieser Zeit keine neuen Algen nachwachsen.

Schritt 2: pH-Wert überprüfen

Mit speziellen Test-Kits sollte man regelmäßig, also alle 2 bis 4 Wochen, den pH-Wert des Gartenteichs messen, um den Nährstoffgehalt im Blick zu behalten. Der pH-Wert liegt idealerweise zwischen 6,8 und 8,2. Ein hoher Gehalt an Nährstoffen wie Phosphat im Wasser erhöht den pH-Wert. Fällt der pH-Wert zu hoch aus, bleibt das Problem mit den roten Algen im Teich bestehen.

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Schritt 3: pH-Wert absenken

Huminsäurearme Substrate wie Torf oder Rindenmulch tragen dazu bei, den pH-Wert des Teichwassers zu senken. Die Substrate setzt man in einem Netz ein, um diese später wieder aus dem Teich zu entnehmen. Alternativen sind die kontrollierte Zufuhr von Grundwasser aus einer Zisterne oder die Zugabe von umweltverträglichen pH-Minus-Präparaten, die es im Fachhandel gibt.

Den pH-Wert kann man auch dadurch absenken, indem man in einem Zeitraum von 48 Stunden zwischen 10 und 20 Prozent des Wasservolumens austauscht. Hierzu nimmt man Leitungswasser oder weiches Wasser aus einer Regentonne, das allerdings vorher gefiltert werden muss, um einen übermäßigen Eintrag von Schmutzpartikeln und Nährstoffen zu verhindern.

Schritt 4: Phosphatgehalt reduzieren

Mit mineralischen Bindemitteln kann man den Phosphatgehalt im Teichwasser senken. Durch den Phosphatbinder können die Rotalgen keine Nährstoffe mehr aufnehmen, da diese durch den chemischen Vorgang gebunden werden.

Der Phosphatgehalt sollte weniger als 0,035 Milligramm pro Liter Wasser betragen.

Schritt 5: Kohlenstoffdioxid erhöhen

Der richtige CO₂-Wert des Wassers spielt eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von Rotalgen. Dieser sollte zwischen 10 und 20 Milligramm pro Liter liegen. Er kann auch auf 30 Milligramm pro Liter Teichwasser erhöht werden, wenn das Algenwachstum stark ist.

Schritt 6: die richtigen Wasserpflanzen

Umso mehr Wasserpflanzen im Teich leben, desto schneller können die Nährstoffe durch das Wachsen der Pflanzen gebunden werden.

Wasserpflanzen wie Seerosen, Hornblatt oder Wasserpest reduzieren den Nährstoffgehalt des Wassers und minimieren das Algenwachstum ebenso wie großblättrige Schwimmpflanzen, weil sie den Teich beschatten.

Zudem kann man dem Überangebot an Nährstoffen entgegenwirken, indem man schnell wachsende Pflanzen einsetzt. Man muss jedoch darauf achten, dass man nicht zu viele Pflanzen einsetzt. Es sollte maximal ein Drittel der Teichfläche bedeckt sein.

Schritt 7: Fische und Schnecken

Es gibt nur wenige Fische, die Rotalgen gerne fressen. Dazu gehören die Siamesische Rüsselbarbe und der Ohrgitterharnischwelse. Im Gartenteich benötigen diese Fische Wassertemperaturen zwischen 20 und 26 Grad. Die Fische müssen deshalb im Aquarium überwintern.

Die Pianoschnecke frisst gerne Pinselalgen und Bartalgen.

Schritt 8: Pflanzenteile aus dem Wasser nehmen

Blätter, Äste oder andere Pflanzenteile, die ins Wasser fallen, müssen rasch herausgenommen werden, da sie den Teich organisch belasten. Ansonsten verrotten sie und sinken auf den Teichboden ab, wo sich dann Faulschlamm bildet.

Schritt 9: Schlamm absaugen

Mit einem Teich- oder Schlammsauger wird der Teichboden gründlich abgesaugt. Dabei sollte man jedoch darauf achten, keine Fische oder andere Lebewesen einzusaugen.

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Schritt 10: Teich beschatten

Ist der Gartenteich 8 Stunden oder länger einer direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt, sollte man ihn zusätzlich beschatten, da Rotalgen keinen Schatten mögen. Dazu kann man einen einfachen Sonnenschirm aufstellen oder ein Sonnensegel verwenden.

Schritt 11: Teich erneuern

Rotalgen lassen sich auch durch eine Teichrenovierung entfernen und nachhaltig bekämpfen. Die Schlammschicht am Teichboden besteht aus Fischkot, Futterresten und vermoderten Pflanzen. Diese Schicht wird entfernt und durch nährstoffarme Teicherde gesetzt.

Des Weiteren werden kalkhaltige Steine und Kies ersetzt. Man kann die Steine gut abspülen oder durch nährstoffarmes Material ersetzen.

Sämtliche Teichpflanzen werden großzügig zurückgeschnitten und geteilt. Anschließend werden sie in die nährstoffarme Teicherde neu eingepflanzt. Auch Böschungsmatten oder spezielle Pflanzenkörbe können verwendet werden.

Schritt 12: Sauerstoffzufuhr senken

Weil sich Rotalgen im Bereichen mit einem hohen Sauerstoffgehalt wohlfühlen, sollte man dem Teich keinen zusätzlichen Sauerstoff zum Beispiel durch einen Wasserfall, Bachlauf oder andere Wasserspiele zuführen. Diese künstlichen Sauerstoffquellen schaltet man deshalb vorübergehend ab, bis man mit den vorherigen Maßnahmen den Teich von Algen befreit hat.

Rotalgen im Teich vorbeugen

Die beste Möglichkeit, Rotalgen im Teich vorzubeugen, hat man bei der richtigen Planung und Ausführung des Teichs. Der richtige Standort und ein korrekt ausgeführter Bau lassen auch Rotalgen kaum eine Chance, sich zu entfalten.

Folgende Punkte gibt es dabei zu beachten:

  • Standort
  • Abstand zu Bäumen
  • Senken vermeiden
  • Kapillarsperre
  • Fische richtig füttern
  • Nährstoffarme Baustoffe
  • Wasser

Standort: Da übermäßiges Sonnenlicht Algenwachstum begünstigt, sollte man für seinen Gartenteich nach Möglichkeit einen Standort wählen, der zumindest halbschattig ist.

Abstand zu Bäumen: Der Teich sollte nicht in der Nähe von größeren Sträuchern oder Laubbäumen stehen, damit keine Blätter oder Äste in den Teich fallen. Alternativ kann man ein Netz über den Teich spannen.

Senken vermeiden: Der Teich sollte nicht in Senken oder tief liegenden Bereichen angelegt sein. Liegt er höher, verringert sich die Gefahr, dass Erde, Laub oder Gartenabfälle ins Wasser rutschen.

Kapillarsperre: Eine Kapillarsperre oder Saugsperre verhindert auf der einen Seite, dass Erde und Pflanzen Wasser aus dem Teich saugen. Auf der anderen Seite unterbindet die Sperre, dass Erde, Dünger oder Pflanzenteile in den Teich gespült werden.

Fische richtig füttern: Nährstoffe und Phosphat gelangen durch überschüssiges Futter der Fische und Fischkot in den Gartenteich. Fischkot und Futter sinken auf den Teichboden und werden zersetzt.

Die Fische füttert man deshalb zweimal am Tag mit hochwertigem Futter und achtet darauf, dass sie nicht mehr Futter bekommen, als sie fressen.

Nährstoffarme Baustoffe: Ob Steine, Kies, Sand oder Pflanzsubstrat. Hier sollte man auf jeden Fall Materialien verwenden, die nährstoffarm und damit für den Teichbau geeignet sind.

Wasser: Den Teich befüllt man am besten mit Leitungswasser, das normalerweise pH-neutral ist. Man kann auch Regenwasser verwenden, sollte es aber filtern, damit kein Laub oder andere Verschmutzungen aus der Dachrinne ins Wasser gelangen.

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