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Wasserflöhe gegen Algen im Gartenteich (einfache Anleitung)

Plitschnass » Wasserflöhe gegen Algen im Gartenteich (einfache Anleitung)

Too many algae in the pond can eventually disrupt the ecological balance to such an extent that water plants, fish, and other pond dwellers may no longer be able to survive.

Ein natürliches und effektives Mittel im Kampf gegen Algen sind Wasserflöhe, die man ohne Schwierigkeiten züchten kann.

Was sind Wasserflöhe?

Wasserflöhe der Gattung Daphnia gehören zu den Blattfußkrebsen und sind mit vielen verschiedenen Arten weltweit verbreitet.

Zu den bei uns bekanntesten Arten gehören der Gemeine Wasserfloh (Daphnia pulex) und der Große Wasserfloh (Daphnia magna), wobei der Große Wasserfloh mit einer Körperlänge von bis sechs Millimetern deutlich größer wird als andere Daphnien.

Beide Floharten findet man oft in großen Ansammlungen in Seen, Teichen, Gräben oder sogar Tümpeln.

Als Organismen des Zooplanktons ernähren sich diese Tiere vorwiegend von Algen. Hierbei kann man beim Großen Wasserfloh sogar mit bloßem Auge beobachten, wie er Grünalgen abfängt und filtriert.

Wasserflöhe haben eine Lebenserwartung von zwei bis drei Monaten, in denen sie sich bis zu fünfmal häuten.

Warum die Wasserflöhe gegen Algen nützlich sind

Wasserflöhe sind eine natürliche Art und Weise, gegen Algen vorzugehen. Sie ernähren sich von Anteilen der Algen wie beispielsweise Schwebeteilchen im Wasser, genauer gesagt Blau- und Grünalgen, die für trübes Wasser verantwortlich sind.

In wenigen Wochen schaffen die Wasserflöhe klares Wasser im Gartenteich.

Die Wasserflöhe filtrieren den größten Teil der Algen ab und sorgen für sauberes Wasser im Teich. Dabei vermehren sich die Krebstiere massenweise und dienen Fischen als Nahrung.

Wasserflöhe gegen Algen im Teich: in 5 Schritten

Man kann Wasserflöhe ganz einfach in den Teich einsetzen, indem man ihre Eier auf dem Teichboden ablegt.

Die Tiere schlüpfen im späten Frühjahr und beginnen sofort Schwebealgen zu fressen, die sich bis dahin häufig schon durch relativ milde Temperaturen gebildet haben.

Es gibt aber auch die Möglichkeit, in fünf Schritten Wasserflöhe zu vermehren, da sie sich hervorragend zur Weiterzucht im Aquarium eignen.

Schritt 1: Aquarium aufstellen

An einer Fensterbank mit Tageslicht stellt man im Frühjahr ein kleines Aquarium oder Gefäß aus Glas oder Kunststoff mit einem Fassungsvermögen von circa 40 Litern auf. Das Gefäß füllt man zur Hälfte mit Wasser aus dem Gartenteich und fügt einige kleine Spritzer handelsüblichen Blumendünger hinzu.

Zusätzlich kann man im Zoofachhandel lebende Wasserflöhe in kleinen Mengen (20 bis 50 Tiere pro Beutel) kaufen, die für den Aufbau einer Population völlig ausreichen.

Schritt 2: Wasser erwärmen lassen

Durch das Sonnenlicht erwärmt sich das Wasser rasch über die Raumtemperatur hinaus. Dadurch und aufgrund der Nährstoffe im Wasser und Blumendüngers vermehren sich die Algen, die immer in geringer Zahl in einem Teich vorkommen, rasch.

Die ideale Wassertemperatur liegt dabei zwischen 21 und 25 Grad Celsius. Darunter vermehren sich die Flöhe weniger gut, bei höheren Temperaturen kann es zum Sauerstoffmangel und zum Kippen des Wassers kommen.

Schritt 3: Wasser nachfüllen

Wenn sich das Wasser durch die Schwebealgen, primär Grünalgen, grün färbt, wird jeden Tag mit abgestandenem Leitungswasser literweise nachgefüllt. Das wird so lange wiederholt, bis das Aquarium oder Gefäß vollständig gefüllt ist.

Schritt 4: ein paar Wochen abwarten

Durch das Überangebot an Algen werden sich die Wasserflöhe innerhalb von zwei bis drei Wochen stark vermehren und den größten Teil der Grünalgen abfiltrieren. Das Wasser im Aquarium hat dann seine grüne Farbe verloren und ist wieder klar.

Findet man im Aquarium viele vermeintlich tote Exemplare, so handelt es sich um die abgelegte Exuvie, das Häutungshemd der Krebstierchen.

Schritt 5: Tiere umziehen

Jetzt ist es Zeit, die Wasserflöhe in den Gartenteich umzuziehen, wo sich die erste Frühjahrsblüte der Schwebealgen bereits entwickelt haben dürfte.

Die Wasserflöhe werden diese Algenblüte schnell beenden und sich ihrerseits explosionsartig vermehren. Je weniger Schwebealgen sich im Teich befinden, umso weniger stark vermehren sich dann die Flöhe.

Was hilft neben Wasserflöhen sonst noch gegen Algen?

Algen im Teich gibt es immer dann, wenn das biologische Gleichgewicht gestört ist. Das passiert rasch, wenn abgestorbene Pflanzenteile, Laub, Blütenpollen oder andere Verschmutzungen in den Teich gelangen und auf den Teichboden sinken. Dort zersetzen sie sich und bilden Faulschlamm und Faulgase.

Gleichzeitig sinkt der Sauerstoffgehalt, wodurch Wasserpflanzen, Fische und andere Teichbewohner erhebliche Probleme bekommen können.

Auf der anderen Seite begünstigt das aus den Fugen geratene ökologische Gleichgewicht, dass sich Algen explosionsartig vermehren können.

Neben Wasserflöhen gibt es zahlreiche andere Möglichkeiten, die gegen Algen helfen:

Fische und andere Teichbewohner

Teichmuscheln gehören neben der Sumpfdeckelschnecke und den Europäischen Süßwassergarnelen zu den besten Tieren, um den Teich von Algen zu befreien. Die Muschel zum Beispiel filtert bis zu 1.000 Liter Teichwasser pro Tag, was die Reinigung deutlich erleichtert.

Aber auch Fische wie Goldelritzen, Gründlinge oder Rotfedern sind natürliche Helfer im Kampf gegen Algen, ebenso wie Garnelen oder andere Krebstiere.

Wasserpflanzen

Mit verschiedenen Wasserpflanzen kann man gegen Algen vorgehen und sauberes und klares Wasser bekommen.

Unterwasserpflanzen stabilisieren das biologische Gleichgewicht, da sie zum Teil sehr viele Nährstoffe aus dem Teichwasser aufnehmen, deshalb in direkter Nahrungskonkurrenz zu den Algen stehen sowie Sauerstoff produzieren.

Zu den Pflanzen mit der höchsten Sauerstoffproduktion zählen Hornblatt, Wasserhahnenfuß, Quellmoos, gewöhnlicher Wassernabel oder der Neuseeland-Wassernabel.

Ebenso mit Schatten spendenden Schwimmpflanzen wie Seerosen kommt man gegen Algen an, da sie das Wasser vor Überwärmung schützen und die Algen weniger Licht bekommen.

Eichenholz

Auch mit Eichenholz lässt sich Ausbreiten von Algen und Bakterien im Teichwasser unterbinden, und das sogar über einen längeren Zeitraum. Am besten geeignet ist das Holz von ehemaligen Wein- oder Whiskeyfässern.

Diese Barriquefässer werden nach einigen Jahren aussortiert, da sie für die Herstellung von Wein oder Whiskey nicht mehr genügend Gerbstoffe abgeben.

Zur Bekämpfung von Algen im Gartenteich reicht die Menge an Lignin, Tannin und anderen Gerbstoffen aber noch einige Jahre aus, um das Wachstum von Algen und Bakterien zu stoppen. Man kann damit sogar eine Algenblüte verhindern.

Die im Wasser gelösten Gerbstoffe senken den pH-Wert im Wasser langsam und dauerhaft in einen leicht sauren Bereich, der weder Teichpflanzen noch den Fischen im Teich schadet.

Das Holz legt man einfach aufs Wasser, wobei man auch einen normalen Eichenast verwenden kann. Dieser muss aber entfernt werden, bevor er verrottet.

Torf

Auch Torf enthält die Gerbstoffe wie Lignin und Tannin und eignet sich wie Eichenholz deshalb gut gegen die Vermehrung von Algen. Man verwendet nur ungedüngten Torf, wie er zum Beispiel im Fachhandel für Teiche oder Aquarien angeboten wird.

Die Torffasern hängt man zum Beispiel in einem kleinen Jutesack direkt ins Wasser. Man kann sie aber auch in eine der Kammern eines Mehrkammer-Teichfilters geben. Das Teichwasser nimmt dadurch zwar einen leicht bräunlichen Farbton an, bleibt aber völlig klar.

Der große Vorteil von Torf ist, dass der Effekt lange anhält und selbst im Jahr darauf noch wirksam ist.

Kalk

Kalk erhöht und stabilisiert den pH-Wert im Wasser. Im Gartenteich verwendet man Branntkalk, der hauptsächlich gegen freischwebende Mikroalgen hilft. Die winzigen Algen lagern sich an den Kalkteilen an, sinken auf den Teichgrund, wo sie aufgrund mangelnder Belichtung absterben.

Ist das Teichwasser sehr nährstoffreich, muss man im Sommer die Kalkung mehrmals wiederholen. Pro 1.000 Quadratmeter Wasserfläche kommen an heißen Sommertagen maximal 10 bis 15 Kilogramm gemahlener Branntkalk Typ 90 in den Teich.

Brottrunk

Bei neu angelegten und frisch angelegten Teich ist Brottrunk ein ideales Hausmittel für klares und sauberes Wasser über Wochen oder sogar Monate hinweg. Brottrunk wird durch Milchsäuregärung aus einem speziellen biologischen Vollkornsauerteigbrot gewonnen.

Sobald sich Algen im Teich bilden, werden sie durch den Brottrunk gebunden und sinken auf den Teichboden ab. Pro 1.000 Liter Wasser reicht die Zugabe von 50 Milliliter völlig aus.

UV-C Klärer

UV-C Klärer sind mit ihrem Licht ein wirkungsvolles Mittel gegen Algen. Bei der Umwandlung der Algen durch das UV-Licht können Nitrite entstehen, die für Wasserlebewesen gefährlich werden können, weshalb man nach der Behandlung mit dem Klärer eventuell einen Teil des Teichwassers austauschen sollte. Der Nitritwert sollte nicht höher als 0,3 Milligramm pro Liter Wasser sein.

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Wo kann man Wasserflöhe kaufen?

Lebende Wasserflöhe bekommt in kleinen Mengen von 20 bis 50 Tieren pro Beutel im Zoohandel oder in manchen Gartencentern zu günstigen Preisen oft für unter fünf Euro.

Auch der Onlinehandel wie Amazon bietet Wasserflöhe zum Kauf an. Man kann die Wasserflöhe zur Zucht oder als Lebendfutter für Fische verwenden. Möchte man den Fischen proteinreiche Nahrung zuführen, eignen sich Wasserflöhe als Zusatznahrung.    

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FAQ: Häufige Fragen beantwortet

Wasserflöhe können ohne weiteres Zutun den Teich von Schwebealgen freihalten, die in Form von Grün- und Blaualgen auftreten. Allerdings helfen sie nicht gegen Fadenalgen.
Wasserflöhe helfen nicht gegen stark auftretende Fadenalgen. In diesem Fall müssen Algen abgefischt und der Phosphatgehalt des Wassers gesenkt werden, um das Algenwachstum einzudämmen.
Wasserflöhe vermehren sich im Teich selbst. Sie können auch in einem Aquarium oder Glasgefäß gezüchtet werden. Innerhalb weniger Wochen vermehren sie sich stark.
Wasserflöhe sind nicht gefährlich für den Menschen, da sie keine Verwandten des Menschenflohs sind.
Die Daphnie-Weibchen pflanzen sich asexuell durch die sogenannte Jungfernzeugung fort. Sie produzieren Eier, aus denen genetisch identische Töchter schlüpfen, also natürliche Klone der Mutter.
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