Jeder Gartenteich enthält eine Vielzahl gelöster Stoffe. Eine Störung des biologischen Gleichgewichts kann jedoch erhebliche Probleme für die im Teich lebenden Tiere und die Wasserpflanzen verursachen. Deshalb ist eine regelmäßige Überprüfung des Teichwassers unerlässlich. Welche Methoden dafür infrage kommen, erfährst du hier.
Warum und wie oft solltest du das Teichwasser testen
Ob großer Naturteich oder Miniteich, stehende Gewässer sind komplexe Biotope, die einer gewissen Pflege bedürfen und deren Qualität du regelmäßig überprüfen solltest. Denn oft ist unklar, warum der Teich einmal ideal ist und ein anderes Mal grünes Wasser hat.
Ist das Wasser durch beispielsweise Algen im Teich ständig trüb, grün oder milchig, treibt Schaum auf dem Wasser oder sterben Fische ab, sind das klare Zeichen dafür, dass das ökologische Gleichgewicht stark gestört ist.
Zu einem Ungleichgewicht kommt es durch einen erhöhten Nährstoffeintrag durch abgestorbene Pflanzenteile, eingeschwemmten Dünger, zu viel Fischfutter oder durch die Ausscheidungen der Fische.
Aber auch bei einem klaren Teich kann das Wasser giftige Substanzen enthalten. Ob der Gartenteich zum Beispiel mit Ammonium oder Nitrat belastet ist, siehst du nicht, das lässt sich nur per Wassertest ermitteln. Auch deshalb ist eine regelmäßige Kontrolle für jeden Teichbesitzer unerlässlich.
Mit der Reinigung des Teichs im Frühjahr ist auch die gründliche Kontrolle der Wasserqualität empfehlenswert. Ist der Teich neu angelegt, solltest du am Anfang alle 2 bis 3 Tage die im Wasser gelösten Stoffe überprüfen.
Achte dabei vor allem auf Karbonathärte, pH-Wert sowie Nitrat und Nitrit. Bleiben die Wasserwerte im Teich über einen Monat hinweg gut und stabil, reicht danach eine monatliche Messung.
Teichwasser selber testen oder testen lassen?
Ab einer Wassertemperatur von 12 Grad beginnt die Arbeit im und am Gartenteich. Jetzt bietet sich auch die Gelegenheit, die Wasserwerte zu überprüfen. Du kannst das sehr einfach und rasch selbst machen oder die entnommene Probe im Fachhandel untersuchen lassen.
Viele Teich- und Tierbedarfshandlungen oder Gartencenter bieten in der Regel gegen eine Gebühr eine genaue Analyse beziehungsweise Untersuchung an. Einige Dienstleister bieten sogar einen Vor-Ort-Service bei der Wasseranalyse mit elektronischem Gerät an.
Möchtest du deine Wasserprobe extern überprüfen lassen, musst du einiges beachten. So sollte die Probe in einem fest verschließbaren Röhrchen sein und innerhalb von 24 Stunden untersucht werden.
Da Werte wie Säure- oder Sauerstoffgehalt tagsüber Schwankungen unterliegen, kann es notwendig und ratsam sein, mehrere Proben zu unterschiedlichen Tageszeiten zu nehmen.
Unkomplizierter ist es aber, das Teichwasser selbst zu testen. Der Handel bietet unter anderem spezielle Test-Sets an, die einfach anzuwenden sind, schnell ein Ergebnis liefern und zum Teil bereits Handlungsempfehlungen geben.
Auf welche Werte das Teichwasser getestet werden kann
Die Wassertest-Sets haben den Vorteil, dass du viele der im Teichwasser gelösten Stoffe bestimmen und unmittelbar handeln kannst, sollte sich einer oder mehrere Werte nicht im erforderlichen Rahmen bewegen.
Für einen gesunden und klaren Teich solltest du zehn Parameter auf den jeweiligen Wert überprüfen:
- Säuregrad des Wassers (pH-Wert): 6,8 bis 8,2
- Gesamthärte, Grad deutsche Härte (GH, dH): 8 bis 10 Grad
- Karbonathärte (KH): 6 bis 10 Grad
- Sauerstoff: 5 bis 10 Milligramm pro Liter
- Kupfer: weniger als 0,3 Milligramm pro Liter
- Eisen: ideal 0,05 bis 0,1 Milligramm pro Liter
- Ammonium/Ammoniak: 0 Milligramm pro Liter
- Nitrit: 0 Milligramm pro Liter
- Nitrat: maximal 25 Milligramm pro Liter
- Phosphat: möglichst unter 0,035 Milligramm pro Liter
pH-Wert: Für Fische und Wasserpflanzen ist ein pH-Wert zwischen 7 und 8 ideal. Diesen Wert kannst du leicht konstant halten, da hier die Selbstreinigungskraft des Gartenteichs am größten ist. Mehr zu den Ursachen von Schwankungen und wie du sie ausgleichst, liest du im Ratgeber pH-Wert im Teich.
Am besten misst du einmal morgens bei Sonnenaufgang und einmal abends nach Sonnenuntergang. Liegen die beiden Werte außerhalb der empfohlenen Spanne, kann das an der Wasserstabilität beziehungsweise der Karbonathärte liegen.
Gesamthärte: Die Gesamthärte (GH) ist die Gesamtsumme der im Wasser gelösten Mineralien. Ob es sich um hartes oder weiches Wasser handelt, hängt von der Menge an Kalzium und Magnesium im Wasser ab. Hartes Wasser schadet auf Dauer technischen Geräten wie Pumpen oder Wasserspielen.
Da Fische und Pflanzen die im Wasser befindlichen Mineralien verbrauchen, sinkt die Wasserhärte automatisch, weshalb du diesen Wasserwert kontrollieren solltest. Der Mindestwert für gesundes Teichwasser sollte eine Gesamthärte von 8 Grad betragen, damit diese Prozesse nicht zum Stillstand kommen.
Karbonathärte: Karbonat stabilisiert den pH-Wert im Teichwasser, das verschiedene Mineralien aus dem Leitungs- oder Brunnenwasser enthält. Pflanzen, Algen und Mikroorganismen verbrauchen diese Mineralien im Laufe der Zeit, auch Regenwasser verändert den Mineraliengehalt des Gewässers.
Sauerstoffgehalt: Bei gesunden Teichen liegt der Sauerstoffgehalt über 5 Milligramm pro Liter Wasser. Zu viel Sauerstoff gibt es dabei praktisch nicht, hohe Sauerstoffwerte wirken sich für den Gartenteich immer positiv aus.
Da aber am Teichboden oft Sauerstoff fehlt, solltest du auch die tieferen Wasserschichten prüfen. Den Sauerstoffgehalt misst du am besten morgens, da er dann am niedrigsten ist.
Kupfer: Ein erhöhter Kupfergehalt ab 0,3 Milligramm pro Liter ist für Fische und andere Teichbewohner tödlich. Das Metall gelangt häufig über das Einleiten von Regenwasser aus Dachrinnen aus Kupfer in den Teich. Auch nach dem Einsatz einiger Algenmittel tritt ein erhöhter Kupfergehalt auf.
Eisen: Bei Eisenwerten zwischen 0,05 und 0,1 Milligramm pro Liter gedeihen die Wasserpflanzen optimal. Ein erhöhter Eisengehalt wirkt sich dagegen für alle Teichbewohner eher negativ aus. Er entsteht oft durch die Verwendung von Brunnenwasser, das schädliche Schwermetalle enthalten kann.
Ammonium/Ammoniak: Nützliche Bakterien bauen im Teich und im Teichboden anfallenden Schmutz ab. Aus Eiweiß entsteht Ammonium (NH4) und Ammoniak (NH3). Dies wird weiterverarbeitet zu Nitrit (NO2) und dann weiter zu Nitrat (NO3).
In gesunden Teichen wirst du nie bis sehr selten erhöhte Ammoniumwerte über 0,1 Milligramm pro Liter messen. Ammonium selbst ist zwar ungiftig, wird aber über eine chemische Gleichgewichtsreaktion bei steigenden pH-Werten ab 7,0 zu einem immer größeren Anteil zu giftigem Ammoniak umgewandelt. Dann muss ein Wasseraustausch erfolgen, bevor die Lebewesen im Teich absterben.
Bei neuen Teichen, nach großen Reinigungsaktionen oder auch nach dem Einsatz antibakterieller Heilmittel können die abbauenden Bakterien geschädigt sein, wodurch der Ammoniumgehalt im Wasser ansteigt.
Nitrit: Sobald du Nitrit nachweisen kannst, ist das ein extremes Alarmzeichen. Dann solltest du rasch herausfinden, warum Bakterien im Wasser das Nitrit nicht zu harmlosem Nitrat weiterverarbeitet haben. Ein Grund dafür kann Sauerstoffmangel sein, mehr dazu liest du im Ratgeber Nitrat und Nitrit im Teich senken.
Nitrit ist für Fische ab 0,3 Milligramm pro Liter giftig und ab etwa 0,5 Milligramm pro Liter meistens tödlich.
Nitrat: Im normalen biologischen Abbauprozess von Eiweiß entsteht Nitrit aus Ammonium und wird zu Nitrat weiterverarbeitet. Nitrat selbst ist ungiftig, dient aber Pflanzen und Algen als Nahrung.
Je mehr Pflanzen im Teich sind, desto mehr Nitrat wird dem Teichwasser entzogen und steht den Algen nicht mehr als Nahrung zur Verfügung.
Nitratwerte über 10 bis 20 Milligramm pro Liter fördern bereits das Algenwachstum. Auch in diesem Fall ist ein Austausch des Teichwassers ratsam.
Phosphat: Phosphat entsteht in der Regel aus organischen Substanzen wie absterbenden Blättern, sich zersetzendem Laub, absterbenden Pflanzenresten und überschüssigem Fischfutter. Aber auch minderwertiges Futter führt zu erhöhten Phosphatwerten, da es nicht optimal verdaut wird.
Phosphat wird nur von Pflanzen im Teich als Nährstoff aufgenommen und ist für die Gartenteichbewohner selbst harmlos, fördert aber als Hauptnährstoff den Algenwuchs. Wie du zu hohe Phosphatwerte in den Griff bekommst, erklärt der Ratgeber Phosphat im Teich entfernen.
Teichwasser testen: 6 Möglichkeiten & Anleitung
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Teichwasser zu testen. Die Spanne reicht dabei von einfachen Stäbchentests und Tropfentests über praktische Wasseranalyse-Koffer bis hin zu aufwendigem technischem Equipment zur Untersuchung der Wasserwerte. Je nach Testart werden dir unterschiedlich viele Parameter angezeigt.
- Stäbchentest
- Tropfentest
- Test-Sets
- elektronische Messung
- digitale Messung
- externer Anbieter
Möglichkeit 1: Stäbchentest
Das Stäbchen tauchst du nur für eine Sekunde in das Teichwasser. Nach rund einer Minute vergleichst du die Farbfelder des sogenannten Quicksticks mit den Farbfeldern der beiliegenden Testkarte. Mit den Stäbchen kannst du den pH-Wert, die Gesamthärte, die Karbonathärte, Nitrit, Nitrat und Chlor messen.
Möglichkeit 2: Tropfentest
Der Tröpfchentest bestimmt sehr genau pH-Wert, Gesamthärte und Karbonathärte des Wassers. Er funktioniert ähnlich wie der Stäbchentest, indem du die Farbe der Probe mit der des Testfelds vergleichst.
Möglichkeit 3: Test-Sets
Die Wassertest-Sets, die du im praktischen Koffer kaufen kannst, enthalten alle Tests, die du fürs Teichwasser brauchst. Diese Sets ermöglichen eine schnelle, einfache und präzise Analyse.
Das beiliegende Diagnoseprotokoll, in das du die Wasserwerte einträgst, gibt entsprechende Empfehlungen zur Behandlung des Teichwassers. Beim Phosphattest ist eine Haltbarkeits-Kontroll-Lösung inbegriffen.
Möglichkeit 4: elektronische Messung
Ein elektronisches Handmessgerät ermöglicht die gleichzeitige Messung von Temperatur und pH-Wert und steckt in einem wasserdichten, robusten Gehäuse.
Möglichkeit 5: externer Anbieter
In Teich- und Tierbedarfshandlungen oder Gartencentern kannst du dein Teichwasser untersuchen lassen. Es gibt sogar Dienstleister, die vor Ort eine Wasseranalyse mit einem elektronischen Gerät anbieten. Weitere Hausmittel und Sofortmaßnahmen bei grünem Wasser findest du außerdem im Ratgeber Hausmittel gegen Algen im Teich.

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