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Phosphat im Poolwasser, was nun?

Die Meinungen rund um Phosphat im Poolwasser und wie richtig damit umgegangen werden sollte, gehen im Internet auseinander. Sind Phosphate nun ein Problem? Und was ist zu tun?

In Fachgeschäften hört man häufig, dass Phosphat ein Nährstoff für Algen ist und das Algenwachstum beschleunigt. Nur durch das Entfernen der Nahrungsgrundlage – des Phosphats – sei das Wachstum zu kontrollieren.

Die Sache ist aber doch folgende: Mit der Poolchemie (dazu gehören unter anderem Chlor, anderes Desinfektionsmittel und Algizide) bekämpfen Sie die Algen bereits effizient. Für Algen ist ein Pool mit der stimmenden Chemie und regelmäßiger Pflege absolut kein Ort, an dem sie überleben können. Die Menge an Nährstoffen spielt da überhaupt keine Rolle.

Phosphat selbst ist komplett ungefährlich und nicht giftig. Über verschiedene Prozesse ist es sogar Teil des Stoffwechsels und in menschlichen Knochen enthalten. Die Poolverkäufer setzen hingegen auf Variante Phosphatentferner. Mit der Chemikalie wird das Phosphat aus dem Poolwasser entfernt.

Auch der Ansatz scheint zunächst logisch. Die Nährstoffe der Algen werden dem Pool entzogen. Aber am Ende bleibt die entscheidende Frage: Warum?

Die übliche regelmäßige Poolpflege mit Chlor (oder einem anderen Desinfektionsmittel) sowie Algiziden hindern das Algenwachstum bereits wirksam. Auch damit bleibt der Pool frei von Algen, das Wasser glasklar und das Baden im Pool ist garantiert nicht gesundheitsschädlich.

Warum also mehr Zeit, Kosten und Nerven riskieren für eine Lösung, die ein Problem lösen will, das gar keines ist. Und die gesundheitliche Risiken bei der Variante Phosphatentferner sind nicht einmal ausgeschlossen (dazu später mehr).

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Die kurze Antwort: Richtig handeln bei Phosphat im Poolwasser

Führen Sie die Poolpflege wie gewohnt fort. Kontrollieren Sie die Wasserqualität regelmäßig und fügen nach Bedarf Desinfektionsmittel (wie z.B. Chlortabletten) und Algizide hinzu. Bei einer zu schlechten Wasserqualität führen Sie eine Stoßchlorung durch.

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Für die längere Antwort müssen wir erst einmal etwas ausholen.

Was sind Phosphate?

Phosphate sind chemische Verbindungen, die aus Phosphor, Sauerstoff und teilweise Wasserstoff sowie anderen Chemikalien bestehen. Der Hauptbestandteil – Phosphor (P) – ist ein nicht-metallisches, natürlich vorkommendes Element.

Phosphate sind weder gefährlich noch giftig. Phosphate sind sogar ein wichtiger Teil des menschlichen Energiestoffwechsels. Zusammen mit Calcium verbindet sich das Poolphat zu Calciumapatit, einem Grundbestandteil für die Knochenbildung.

Phosphate werden als Waschmittel, Düngemittel und Lebensmittelzusatzstoffe eingesetzte.

Die Geschichte der Phosphate

Die ersten Waschmittel wurden der Legende nach im elften Jahrhundert auf der Basis von Pflanzenölen hergestellt. Bis ins 20. Jahrhundert gab es kaum eine Änderung. Auf dem Bau wurden Phosphate bereits länger eingesetzt, da sie gut für die Entfernung von Kalkablagerungen geeignet sind.

Die Seifen- und Reinigungsindustrie machte sich die Phosphate zu nutze. Kurz darauf wurden sie in industriellen und häuslichen Reinigungsprodukten eingesetzt. 1933 führte dann Procter & Gamble das erste synthetische Waschmittel ein. Bei stark verschmutzter Kleidung versagte dieses Waschmittel jedoch. P&G regierte und vermarktete das Reinigungsmittel als Produkt für empfindliche Stoffe und Babykleidung.

In in ihrem nächsten Experiment war Procter & Gamble 1946 erfolgreicher. Spätestens 1949 war die Produktion des neuen synthetischen Waschmittels der alten Seife bei weitem überlegen. Das Waschmittel erleichterte die Wäsche enorm. Es folgte ein Boom der Waschmittelindustrie.

Schnell verbreiteten sich die Phosphate und wurden schon bald in Geschirrspülmitteln und Haushaltsreiniger eingesetzt. Dann setzten die Probleme ein. Für mehr als 20 Jahre hat sich niemand so recht darüber Gedanken gemacht, was mit den ganzen Phosphaten eigentlich geschieht und welche Auswirkungen das Phosphat auf die Umwelt haben könnte.

In den 40er-, 50er- und 60er-Jahren hat sich niemand das Potential und die Langzeitfolgen der Nutzung von Phosphaten abgesehen. Zu dieser Zeit waren die Verfahren zur Abwasserbehandlung noch lange nicht so weit entwickelt wie heute und filterten nur einen geringen Teil des Phosphats aus dem Abwasser heraus.

Nun, spannen wie Sie nicht weiter auf die Folter. Was ist denn nun schlimm an Phosphaten im Wasser?

Darum sind Phosphate in Gewässer ein Problem

Phosphat ist ungiftig, ungefährlich und ein Grundbestandteil von der menschlichen und pflanzlichen Ernährung. Hier liegt das Problem. Phosphat ist das ideale Futter für Algen. Nur ein Kilogramm Phosphat kann 1,4 Tonnen Algen produzieren.

Jedes bisschen Phosphat, das von Klärwerken in Seen, Flüsse und Bäche gepumpt werden, vergrößert die Algenblüte. Das Problem, das zuerst Ende der 1960er-Jahre auftrat und weltweit zu Tausenden Seen und Flüsse betraf, ist noch heute ein wichtiges Thema.

Wie kommt es eigentlich dazu, dass Algen ganze Gewässer verunreinigen?

Ökosysteme sind ein Gleichgewicht. Die Balance von Beute- und Raubtiere, von Vegetation und Pflanzenfresser, und von Niederschlägen und Pflanzenwachstum ist empfindlich. Die Ökosysteme sind vor allem angewiesen auf das Vorhandensein der Grundelemente: Nahrung, Wasser und Sauerstoff.

Die Fische, Pflanzen und alle anderen Arten von Lebewesen und Organismen, die Unterwasser leben, sind vom Sauerstoff im Wasser abhängig. Für Algen gilt dies ebenso. Algen verbrauchen den Sauerstoff des Wassers. Je mehr Algen im Wasser sind, desto geringer ist der Sauerstoffgehalt. Folglich ist weniger Sauerstoff für die andere Wesen vorhanden.

Ohne den Sauerstoff beginnen die Organismen zu sterben. Die Algen speichern das Phosphat in ihren Zellen. Sterben auch Sie, sinken sie zum Boden des Gewässers und geben langsam das Phosphat wieder an das Wasser ab. Dieses Phosphat ist dann ein zusätzlicher Nährstoff für die anderen Algen und dient letztlich als Brandbeschleuniger in einem schon lodernden Feuer.

Der Zyklus aus extremem Wachstum, dem Absterben von Organismen und der Anreicherung des Wassers mit Nährstoffen wird als Eutrophierung bezeichnet. In Europa ist die Phosphat-Verschmutzung nicht mehr auf ihrem höchsten Stand, aber noch immer zu hoch.

Die Verschmutzung eines Gewässer durch Algen hat direkte Auswirkungen auf die Natur. Um das Gewässer lebende Tiere sind auf die Wasserquelle angewiesen. Fällt diese binnen kurzer Zeit weg, sind womöglich ganze Arten vom Aussterben bedroht.

Mit Algen belastetes Wasser als Trinkwasser zu nutzen, ist verhältnismäßig aufwendig. Die Filtration wird schwieriger und teurer, Wasserleitungen verstopfen regelmäßig und müssen gereinigt werden, die Rohre korrodieren nach kürzerer Zeit und das Wasser muss lange aufbereitet werden (ansonsten kann es Geschmacks- und Geruchsprobleme geben). Das alles erhöht den Aufwand und produziert Kosten, die Versorger an ihre Kunden abgeben.

Die Maßnahmen gegen Phosphate im Wasser

Noch bis heute hinterlassen die Phosphate ihre Spuren (unter anderem sind Phosphate die Auslöser der Blaualgenblüten an der Ostsee). Als Reaktion auf die negativen Umweltfolgen der Phosphate wurde deren Einsatz in den letzten Jahrzehnten erheblich eingeschränkt.

In Waschmitteln sind die Stoffe inzwischen verboten. In Geschirrspülmitteln werden Tripolyphosphate weiterhin eingesetzt. Der Gehalt dieser Chemikalie pro Tab ist in der EG beschränkt und wird regelmäßig heruntergeschraubt. Grund dafür ist, dass mittlerweile phosphatfreie Spültabs erhältlich sind. Laut Stiftung Warentest können diese mit phosphathaltigen Geschirrspültabs mithalten.

2010 haben einige Bundesstaaten in den USA die Verwendung von Phosphaten in Geschirrspülmitteln verboten. Die Hersteller reagierten schnell und stiegen landesweit auf die phosphatfreien Lösungen um. Wirtschaftlich hätten die zwei verschiedenen Lieferketten für Geschirrspültabs mit Phosphat und solche ohne Phosphat keinen Sinn ergeben.

Die Algen und die Phosphate, die deren Wachstum massiv beschleunigen, sind in natürlichen Gewässern ein riesiges Problem – sogar bis zum heutigen Tag. Dies alles war eine große Herleitung, um auf die Problematik mit Ihrem Pool zu kommen und schließlich auch zu dem Grund, warum Sie sich keine Sorgen machen müssen.

Und was ist mit meinem Swimming Pool?

Phosphate sind der ideale Nährboden und Wachstumsbeschleuniger von Algen, deren Verbreitung bedroht unsere natürlichen Gewässer und Trinkwasserquellen.

Glücklicherweise ist Ihr Pool keines von beidem.

Keine Sorge. Selbst beim Entleeren Ihres Poolwasser, das Phosphate enthält, lösen Sie nicht die nächste Umweltkatastrophe aus. Die paar Tausend Liter phosphathaltiges Wasser sind in einem städtischen Wassersystem vernachlässigbar.

Das Algenwachstum wird vielleicht begünstigt durch Phosphate. Ihre Pool Chemie und insbesondere das Chlor oder die anderen Arten von Desinfektionsmitteln, machen das Poolwasser aber bereits unbewohnbar für Algen.

Eine zusätzliche Hinzugabe von Algiziden (insbesondere, wenn Sie erhöhte Phosphatwerte haben) senkt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Algen in Ihrem Pool ansiedeln, auf nahezu Null ab.

Poolverkäufer bewerben Phosphatentferner als absolutes Must-have, um Algenkolonien zu vermeiden. Tatsächlich werden Algen bereits durch das Chlor und die Algizide abgetötet und wirksam beim Wachstum gehindert. Warum also auf noch ein Mittel setzen, wenn die anderen doch schon wirken?

Viel mehr kosten Phosphatentferner Geld, Zeit und haben zwei weitere erhebliche Nachteile, die nahelegen, dass auch Sie lieber auf Phosphatentferner verzichten sollten.

Phosphatentferner können giftig sein

Bei der Frage nach Phosphat im Poolwasser schwingt immer die Sorge um die Umwelt mit.
Wenn wir aber über die Umwelt reden, sollten genauso die Phosphatentferner im Fokus stehen.

Einige Phosphatentferner enthalten den Wirkstoff Lanthan. Das Weichmetall steht im Verdacht giftig zu sein. In einer Studie aus dem Jahr 2016 (“Aquatic Ecotoxicity of Lanthanum – A Review and an Attempt to Derive Water and Sediment Quality Criteria”, Ecotoxicology and Environmental Safety) stuften die Autoren in der Fachzeitschrift Lanthan als mäßig giftig (“moderatly toxic”) ein.

Aus einer Studie über einen einzelnen Inhaltsstoff, den ein paar Phosphatentferner enthalten, kann nicht zu viel gefolgert werden. Nur so viel steht fest: Phosphat an sich ist nicht gefährlich.

Hingegen muss die Auswirkungen der Wirkstoffe in Phosphatentferner auf Organismen und die im Pool badenden Menschen weiter untersucht werden. Die Ergebnisse dieser ersten Studie über Lanthan rütteln auf jeden Fall auf. Der Stoff Lanthan klingt jedenfalls nicht nach etwas, das Sie in Ihrem Pool haben wollen.

Phosphate sind die idealen Metallentferner

Bei einem hohen Gehalt von Kupfer und Eisen im Poolwasser hat es Sie gleich doppelt erwischt. Der hohe Kupfergehalt färbt den Pool grün und das Eisen macht das Poolwasser rostig rot.

Mit Phosphaten im Wasser müssen Sie sich keine Sorgen machen. Selbst die wirksamsten (künstlichen) Metallentferner für Poolwasser sind auf Phosphatbasis. Wenn Sie mit Phosphatentferner gegen das Phosphat im Poolwasser vorgehen, schaden Sie sich an beiden Fronten.

Der natürliche Phosphatspiegel wird gesenkt und genauso wie die Wirkung des Metallentferners beschränkt wird. Das Metall verfärbt Ihr Poolwasser und letzten Endes geben Sie Geld an allen Seiten aus. Und besser um Ihren Pool ist es auch nicht bestellt.

Fazit

Phosphate sind ungefährlich und ungiftig. Die Entfernung von Phosphaten aus dem Poolwasser ist keine wirksame Maßnahme gegen die Bildung und das Wachstum von Algen. Halten Sie den Chlorgehalt Ihres Pools auf einem konstanten Level und fügen Sie regelmäßig Algizide (als Mittel gegen Algenwachstum) hinzu. Ein gelegentlicher Schock des Pools sorgt für die bestmögliche Reinheit.

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Fokussieren Sie sich auf diese beiden Mittel und das Resultat wird genauso gut oder besser sein als mit Phosphatentferner. Manchmal ist mehr eben nicht besser…

Wir wünschen viel Spaß beim Baden!

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