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Die ultimative Anleitung zu Cyanursäure und Chlorstabilisator

Bei der Poolpflege investieren Sie unter anderem Zeit und Geld, wenn Sie Chlor für Ihren Swimmingpool kaufen und regelmäßig in der richtigen Dosis dem Wasser hinzufügen müssen. Das wöchentliche Testen der Wasserqualität und gegebenenfalls das Nachjustieren gehören ebenso zu den Aufgaben eines Poolbesitzers.

Nur wenn die Werten in den vorgesehenen Bereichen sind, können Sie, die Freunde, die Familie oder die Nachbarn gefahrlos in Ihrem Pool baden.

Einer der wichtigsten Werte ist der Chlorgehalt des Wassers. Das Desinfektionsmittel Chlor bekämpft Krankheitserreger, Bakterien und tötet Algen ab. Das große Problem ist, dass die Sonnenstrahlung auf Chlor oder andere Desinfektionsmittel zunächst einwirkt und dann verdunstet.

Die Wirkung der UV-Strahlung auf das freie Chlor im Wasser geht sehr schnell. Einer Studie zur Folge halbiert sich die Menge des freien Chlors innerhalb von 17 Minuten.

Die Effizienz des Desinfektionsmittel, das eigentlich dazu bestimmt ist, Ihren Pool sauber zu halten, wird dadurch gesenkt und das Baden im Pool wird gesundheitlich bedenklich, weil sich Algen, Bakterien und Krankheitserreger im Pool vermehren können.

Die Lösung für dies Problem ist Chlorstabilisator. Diese Chemikalie wirkt der Sonnenstrahlung entgegen und hält den Chlorspiegel im Pool konstant.

Bei einem Pool ohne Chlorstabilisator müssen Sie bis zu acht Mal mehr Chlor hinzufügen als bei einem Swimming Pool mit Chlorstabilisator, nur um das Level des Chlors konstant zu halten. Ab der ersten Anwendung sparen Sie durch den Einsatz von Chlorstabilisator bares Geld. Bei der Verwendung gibt es aber ein paar Dinge, die beachtet werden müssen.

Was ist Chlorstabilisator?

Chlorstabilisator wird gelegentlich auch als Pool Stabilisator oder Poolaufbereiter bezeichnet. Der Hauptwirkstoff von Chlorstabilisator ist Cyanursäure, eine Chemikalie, die in Granulat- oder flüssiger Form erhältlich ist.

Weiterhin ist Cyanursäure auch ein Inhaltsstoff in Chlortabletten (Trichlor) oder Poolschocker (Dichlor). Die Begriffe Chlorstabilisator und Cyanursäure werden synonym verwendet.

Chlor, das mit Cyanursäure zusammengetan wird, nennt man stabilisiertes Chlor. Im Gegensatz zu nicht stabilisiertem Chlor ist dieses gegen die UV-Strahlen der Sonne unempfindlich.

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Falls Sie eines der Produkte verwenden, die bereits durch Stabilisator enthalten, ist im Normalfall kein zusätzlicher Chlorstabilisator erforderlich.

Ganz im Gegensatz: Bei zu viel Chlorstabilisator im Wasser kann es sogar Problemen kommen. Egal welche Chemikalie – ein Zuviel gibt es immer.

Erreicht der Chlorstabilisator einen zu hohen Wert, kann dieses den Wirkungsgrad des Desinfektionsmittels negativ beeinträchtigt. Mit anderen Worten gesagt bedeutet dies, dass der Stabilisator dann genau das Gegenteil von dem tut, wofür er bestimmt ist.

Der Gehalt des Stabilisator im Wasser kann nur schwer wieder gesenkt werden. Die einzigen beiden Möglichkeiten diesen aus dem Wasser zu entfernen, sind entweder das Wasser (teilweise) abzulassen oder sauberes Wasser hinzuzufügen, um für eine Vermischung zu sorgen. Bei beiden Möglichkeiten müssen Sie auch die anderen Chemikalien wieder neu ins Gleichgewicht bringen.

Wie funktioniert ein Chlorstabilisator?

Ganz einfach gesagt hilft die Cyanursäure im Chlorstabilisator dem Chlor länger im Wasser zu bleiben und dieses zu desinfizieren. Im Detail bedeutet dies, dass ein Chlorstabilisator sich an freies Chlor (Chlorid-Ionen) bindet und unempfindlich gegen Sonnenstrahlung macht.

Freies Chlor ist im Grundzustand nicht stabilisiert und empfindlich gegen die ultravioletten Strahlen des Sonnenlichts. Die Sonne teilt die Chlorid-Ionen, in der Folge können verdunsten.

Mit einem Stabilisator im Wasser hat das Chlor eine drei- bis fünffach solange Desinfektionszeit wie es ohne einen Stabilisator der Fall wäre.

Der große Haken bei der Verwendung von Chlorstabilisator ist, dass die desinfizierende Wirkung des Chlors (als Redoxpotential oder ORP bezeichnet) zurückgeht. Das führt dazu, dass stabilisiertes Chlor (Produkt aus Chlorstabilisator und freiem Chlor) länger benötigt, um Bakterien, Krankheitserreger und Algen abzutöten.

In einem Whirlpool sollten Sie aus diesem Grund auf keinen Fall Stabilisator einsetzen. Bestimmte Bakterien, zum Beispiele solche, die Follikulitis verursachen, werden nur bei einer hohen Konzentration von freiem Chlor entfernt. Das langsam wirkende stabilisierte Chlor benötigt 100-Mal länger, um diese Bakterien abzutöten.

Baden Sie in einem solchen Whirlpool machen Sie Ihre Gäste und sich selbst wesentlich anfälliger für Infektionen.

In einem normalen Swimmingpool hingegen ist Cyanursäure ein sehr praktisches Mittel, das Ihnen hilft das Chlor-Niveau konstant zu halten und dabei viel Geld einzusparen. Sie müssen seltener den Chlorgehalt des Wassers nachsteuern und sparen Geld, weil Sie seltener das Chlorgranulat nachkaufen müssen.

Wie viel Cyanursäure sollte man verwenden?

Die Frage nach der richtigen Menge von Chlorstabilisator ist in der Tat recht umstritten. In Pool-Fachgeschäften und in Internetforen werden sämtliche Werte zwischen 10 und 100 ppm genannt.

Die Weltgesundheitsorganisation gibt 100 ppm als Höchstgrenze an, weil Kinder, die das Poolwasser eventuell verschlucken, vom hohen Gehalt an Cyanursäure krank werden können.

Wir haben die besten Erfahrungen bei einer Konzentration von nicht mehr als 50 ppm gemacht.
Das Problem bei der Wahl einer richtigen Konzentration ist, dass ein hohes Gehalt von Cyanursäure die Wirkung des Chlors verlangsamt und dadurch ein Wachstum und die Vermehrung von Bakterien begünstigt.

Auf der anderen Seite trägt ein höherer Spiegel des Chlorstabilisator dazu bei, dass sich das freie Chlor länger im Wasser halten kann, ohne von der UV-Strahlung aufgelöst zu werden.

Unser Richtwert von höchstens 50 ppm erweist sich als ideal, weil Werte darüber den Schutz vor UV-Strahlung kaum erhöhen, jedoch das Risiko für Bakterien und ein Wachstum vermehren, für trübes Poolwasser sorgen und andere Probleme mit dem Gleichgewicht der Poolchemie verursachen können.

Eine Konzentration von Cyanursäure von unter 50 ppm stellt sicher, dass der Pool immer noch über eine gewisse Menge an freiem Chor verfügt, das den Pool ordnungsgemäß desinfiziert. Unabhängig vom eingestellten Wert müssen Sie regelmäßig Wasseruntersuchungen durchführen, um den genauen Gehalt an freiem Chlor in ihrem Wasser zu bestimmen.

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Ein gesundes Gleichgewicht aus Cyanursäure und freiem Chlor liegt bei 14 zu 1. Das bedeutet, dass Sie einen Cyanursäure Gehalt von 50 ppm und einen Chlorgehalt von 3 ppm bis 4 ppm anpeilen sollten.

Cyanursäure senken: So können Sie Cyanursäure abbauen

Unter Umständen machen es bestimmte Bakterien, Krankheitserreger und Parasiten nötig die Konzentration des Chlorstabilisators abzusenken.

Beispielsweise sollten Sie beim Parasiten Kryptosporidien, einer Gattung von Parasiten, die durch Fäkalien in Pools gelangen und sehr widerstandsfähig gegen Chlor sind, die Konzentration von Chlorstabilisator auf maximal 15 ppm absenken.

Leider ist es nicht möglich, den Gehalt der Cyanursäure durch die Hinzugabe einer Poolchemikalie abzusenken. Wer die Konzentration der Cyanursäure senken will, muss das Poolwasser teilweise oder komplett austauschen.

Da sich Cyanursäure gleichmäßig auf das Poolwasser verteilt, bewirkt ein Austausch von 50% des Poolwasser eine Absenkung der Cyanursäure-Konzentration um ebenfalls 50%.

Wir empfehlen außerdem, zusätzlich den Poolfilter rückzuspülen.

Lesetipp: Poolwasser entsorgen: 5 Ideen, um das Pool Abwasser sinnvoll zu nutzen

Wann und wie oft verwendet man einen Chlorstabilisator?

In der Poolpflege stehen viele Aufgaben täglich wöchentlich oder zumindest monatlich an. im Falle von chlorstabilisator haben wir es mit einer sehr komfortablen Zeitskala zu tun. Die Chemikalie muss lediglich einmal im Jahr eingesetzt werden. Der Chlorstabilisator wird weder verbraucht noch durch den Einsatz anderer Chemikalien zerstört.

Im Normalfall nimmt die Konzentration über das Jahr hinweg kaum ab. Lediglich bei großen Verdunstungsmengen, einem (teilweisen) Austausch des Wassers oder einer Verdünnung durch Regenwasser, sollten Sie die Konzentration des Chlorstabilisator überprüfen und gegebenenfalls neu einstellen.

Chlorstabilisator ist in vielen Chlorprodukten enthalten, die Dichlor oder Trichlor genannt werden. Bei der wöchentlichen Einstellung des Chlorgehalt fügen Sie so im besten Falle jedes Mal ein wenig Chlorstabilisator dem Poolwasser bei.

Wenn Sie auf dem Etiquette eines Chlorprodukts eine der folgenden Chemikalien finden, ist in diesem bereits stabilisiertes Chlor und damit Cyanursäure enthalten:

  • Trichlorisocyanurat
  • Kaliumdichlorisocyanurat
  • Natriumdichlorisocyanurat

In der Regel müssen Sie dann keinen zusätzlichen Poolstabilisator hinzufügen. Die regelmäßige Hinzugabe Hinzugabe von Chlorprodukten mit einem Anteil Chlorstabilisator reicht aus, um den Gehalt der Stabilisator im Wasser nicht absinken zu lassen.

Die Gefahr besteht vielmehr darin, dass der Pool Stabilisator eine zu hohe Konzentration erreicht (“Überstabilisierung”). Mit Teststreifen können Sie das Niveau des Poolstabilisator Niveau im Auge behalten und gegebenenfalls darauf reagieren.

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Stellen Sie fest, dass sich das Niveau des Stabilisator Woche von Woche nach oben bewegt, sollten Sie zunächst den Wasserstand erhöhen, um für eine Verdünnung zu sorgen.

Bei einem immer noch steigendem Gehalt ist ein Umstieg auf einen anderen Poolschocker und auf nicht stabilisierte Chlor angebracht. Mit diesen beiden Änderungen sorgen Sie dafür, dass sich das Level des Stabilisators nicht mehr erhöht. Überprüfen weiterhin regelmäßig die Wasserchemie. In der Regel sollte die Konzentration des Chlorstabilisierers durch Verdünnung nun langsam abnehmen.

Wie fügt man Cyanursäure dem Poolwasser hinzu?

Chlorstabilisator dürfen sie niemals direkt in das Beckenwasser geben, da sich der saure Poolstabilisator nur langsam löst, setzt sich dieser zunächst am Beckenboden ab, greift dieses an, bleicht den Boden aus und macht diesen spröde.

Sie sollten ebenfalls davon absehen, die Chemikalien über den Filter hinzuzufügen. Poolstabilisator hat einen zu niedrigen Pool pH-Wert kann den Filter und andere Teile Ihres Filtrationssystems beschädigen.

Wir raten dazu, Pool Stabilisator stets in einem Plastikeimer im Vorhinein aufzulösen. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  1. Befüllen Sie einen 20 Liter großen Eimer zu ungefähr ¾ mit warmen Wasser.
  2. Die Menge der Cyanursäure hängt von Ihrem Pool ab. Als Faustformel gilt: Pro 10.000 Liter Poolwasser benötigen Sie für eine um 10 ppm höhere Konzentration 0,47 Kilogramm Cyanursäure. Genauere Hinweise zur Berechnung finden Sie auf der Packungsrückseite der Chemikalie, auf der Webseite des Herstellers oder in der Bedienungsanleitung Ihres Pools.
  3. Geben Sie nun die richtige Menge Cyanursäure hinzu.
  4. Je nach Menge der Cyanursäure müssen sie nun 10 Minuten bis zu mehreren Stunde warten, bis sich die Chemikalie aufgelöst hat.
  5. In der aufgelösten Form ist die Chemikalie für Ihren teuren Beckenboden und das Filtersystem ungefährlich. Sie können den Eimer mit der Lösung aus Wasser und Poolstabilisator bedenkenlos in das Wasser schütten.
  6. Lassen Sie die Pumpe für mehrere Stunden laufen, damit sich die Chemikalie im Pool verteilt.
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Hinweis: In Whirlpools oder Hallenbädern wird Chlorstabilisator nicht eingesetzt, da das freie Chlor im Wasser auch (fast) keinen UV-Strahlen ausgesetzt ist.

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Pools in Außenbereichen sollten in jedem Falle mit Chlorstabilisator behandelt werden. Mit dem richtigen Einsatz ersparen Sie sich Zeit in der Poolpflege und Geld für den Kauf der Chemikalien.

Beim erstmaligen Einsatz des Stabilisators sollten Sie den Gehalt an freiem Chlor und den der Cyanursäure regelmäßig überprüfen. Eventuell müssen Sie noch etwas Feinjustierung betreiben.

Die Poolpflege kann ein anstrengendes Unterfangen sein, das regelmäßigen Kontrolle erfordert. Chlorstabilisator erleichtert Ihnen die Arbeit, weil Sie seltener den Chlorspiegel nachsteuern müssen und daher können Sie mehr Zeit im Pool verbringen. Geht es uns allen nicht nur darum?

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