Skip to main content
#1 Pool Seite in Deutschland
Mit mehr als 1.500.000 Lesern pro Jahr
Redaktion mit vier Poolprofis
Wöchentlich neue kostenlose Artikel
Bekannt aus vielen Magazinen
Journalisten verweisen häufig auf uns

Die ultimative Anleitung zu Cyanursäure und Chlorstabilisator

Plitschnass » Die ultimative Anleitung zu Cyanursäure und Chlorstabilisator

Möchtest du kristallklares Schwimmbadwasser? Bist du es leid, dich ständig mit Algen und Bakterien auseinanderzusetzen und immer wieder Chlor nachfüllen zu müssen?

Keine Sorge, hier ist die ultimative Anleitung zu Cyanursäure und Chlorstabilisator, deinem Superhelden der Poolpflege! Lerne, wie diese Chemikalie die Chlorqualität verbessert, Geld spart und deinen Pool sicher und sauber hält.

Was ist Chlorstabilisator?

Chlorstabilisator wird gelegentlich auch als Pool Stabilisator oder Poolaufbereiter bezeichnet.

Der Hauptwirkstoff von Chlorstabilisator ist Cyanursäure, eine Chemikalie, die in Granulat- oder flüssiger Form erhältlich ist.

Weiterhin ist Cyanursäure auch ein Inhaltsstoff in Chlortabletten (Trichlor) oder Poolschocker (Dichlor). Die Begriffe Chlorstabilisator und Cyanursäure werden synonym verwendet.

Chlor, das mit Cyanursäure zusammengetan wird, nennt man stabilisiertes Chlor. Im Gegensatz zu nicht stabilisiertem Chlor ist dieses gegen die UV-Strahlen der Sonne unempfindlich.

Wir empfehlen
Steinbach Poolpflege
Mit dem Link kaufst du zum gleichen Preis ein, aber wir erhalten eventuell eine Provision.

Falls du eines der Produkte verwendest, die bereits Stabilisator enthalten, ist im Normalfall kein zusätzlicher Chlorstabilisator erforderlich.

Ganz im Gegenteil: Bei zu viel Chlorstabilisator im Wasser kann es sogar zu Problemen kommen. Egal, welche Chemikalie: Ein Zuviel gibt es immer.

Erreicht der Chlorstabilisator einen zu hohen Wert, kann dies den Wirkungsgrad des Desinfektionsmittels negativ beeinträchtigen.

Mit anderen Worten bedeutet dies, dass der Stabilisator dann genau das Gegenteil von dem tut, wofür er bestimmt ist.

Der Gehalt des Stabilisators im Wasser kann nur schwer wieder gesenkt werden.

Die einzigen beiden Möglichkeiten, ihn aus dem Wasser zu entfernen, sind entweder das Wasser (teilweise) abzulassen oder sauberes Wasser hinzuzufügen, um für eine Vermischung zu sorgen.

Bei beiden Möglichkeiten musst du auch die anderen Chemikalien wieder neu ins Gleichgewicht bringen.

Wie funktioniert ein Chlorstabilisator?

Ganz einfach gesagt hilft die Cyanursäure im Chlorstabilisator dem Chlor, länger im Wasser zu bleiben und dieses zu desinfizieren.

Im Detail bedeutet dies, dass ein Chlorstabilisator sich an freies Chlor (Chlorid-Ionen) bindet und es unempfindlich gegen Sonnenstrahlung macht.

Freies Chlor ist im Grundzustand nicht stabilisiert und empfindlich gegen die ultravioletten Strahlen des Sonnenlichts. Die Sonne spaltet die Chlorid-Ionen, in der Folge können sie verdunsten.

Mit einem Stabilisator im Wasser hat das Chlor eine drei- bis fünffach so lange Desinfektionszeit wie es ohne einen Stabilisator der Fall wäre.

Der große Haken bei der Verwendung von Chlorstabilisator ist, dass die desinfizierende Wirkung des Chlors (als Redoxpotential oder ORP bezeichnet) zurückgeht.

Das führt dazu, dass stabilisiertes Chlor (Produkt aus Chlorstabilisator und freiem Chlor) länger benötigt, um Bakterien, Krankheitserreger und Algen abzutöten.

In einem Whirlpool solltest du aus diesem Grund auf keinen Fall Stabilisator einsetzen.

Bestimmte Bakterien, zum Beispiel solche, die Follikulitis verursachen, werden nur bei einer hohen Konzentration von freiem Chlor entfernt.

Das langsam wirkende stabilisierte Chlor benötigt 100-mal länger, um diese Bakterien abzutöten.

Badest du in einem solchen Whirlpool, machst du deine Gäste und dich selbst wesentlich anfälliger für Infektionen.

In einem normalen Swimmingpool hingegen ist Cyanursäure ein sehr praktisches Mittel, das dir hilft, das Chlor-Niveau konstant zu halten, und dabei viel Geld einspart.

Du musst seltener den Chlorgehalt des Wassers nachsteuern und sparst Geld, weil du seltener Chlorgranulat nachkaufen musst.

Wie viel Cyanursäure sollte man verwenden?

Die Frage nach der richtigen Menge von Chlorstabilisator ist in der Tat recht umstritten. In Pool-Fachgeschäften und in Internetforen werden sämtliche Werte zwischen 10 und 100 ppm genannt.

Die Weltgesundheitsorganisation gibt 100 ppm als Höchstgrenze an, weil Kinder, die das Poolwasser eventuell verschlucken, vom hohen Gehalt an Cyanursäure krank werden können.

Wir haben die besten Erfahrungen bei einer Konzentration von nicht mehr als 50 ppm gemacht.

Das Problem bei der Wahl der richtigen Konzentration ist, dass ein hoher Gehalt an Cyanursäure die Wirkung des Chlors verlangsamt und dadurch Wachstum und Vermehrung von Bakterien begünstigt.

Auf der anderen Seite trägt ein höherer Spiegel des Chlorstabilisators dazu bei, dass sich das freie Chlor länger im Wasser hält, ohne von der UV-Strahlung abgebaut zu werden.

Unser Richtwert von höchstens 50 ppm erweist sich als ideal, weil Werte darüber den Schutz vor UV-Strahlung kaum erhöhen, jedoch das Risiko für Bakterienwachstum vermehren, für trübes Poolwasser sorgen und andere Probleme mit dem Gleichgewicht der Poolchemie verursachen können.

Eine Konzentration von Cyanursäure unter 50 ppm stellt sicher, dass der Pool immer noch über eine gewisse Menge an freiem Chlor verfügt, das ihn ordnungsgemäß desinfiziert.

Unabhängig vom eingestellten Wert solltest du regelmäßig Wasseruntersuchungen durchführen, um den genauen Gehalt an freiem Chlor in deinem Wasser zu bestimmen. Wie das am zuverlässigsten geht, liest du in unserem Ratgeber Poolwasser testen.

Wir empfehlen
LUPO 3-in-1 Pool-Wassertestkit |
Mit dem Link kaufst du zum gleichen Preis ein, aber wir erhalten eventuell eine Provision.

Ein gesundes Gleichgewicht aus Cyanursäure und freiem Chlor liegt bei 14 zu 1. Das bedeutet, dass du einen Cyanursäure-Gehalt von 50 ppm und einen Chlorgehalt von 3 bis 4 ppm (entspricht mg/l) anpeilen solltest. Das liegt bewusst deutlich über dem üblichen Zielwert von 0,3 bis 0,6 mg/l freiem Chlor im Normalbetrieb ohne Cyanursäure, denn die Stabilisierung schwächt die Wirksamkeit des Chlors ab, sodass mehr davon nötig ist, um dieselbe Desinfektionsleistung zu erreichen.

Cyanursäure senken: So kannst du sie abbauen

Unter Umständen machen es bestimmte Bakterien, Krankheitserreger und Parasiten nötig, die Konzentration des Chlorstabilisators abzusenken.

Beispielsweise solltest du beim Parasiten Kryptosporidien, einer Gattung von Parasiten, die durch Fäkalien in Pools gelangen und sehr widerstandsfähig gegen Chlor sind, die Konzentration von Chlorstabilisator auf maximal 15 ppm absenken.

Leider ist es nicht möglich, den Gehalt der Cyanursäure durch Hinzugabe einer Poolchemikalie abzusenken.

Wer die Konzentration der Cyanursäure senken will, muss das Poolwasser teilweise oder komplett austauschen.

Da sich Cyanursäure gleichmäßig im Poolwasser verteilt, bewirkt ein Austausch von 50 % des Poolwassers eine Absenkung der Cyanursäure-Konzentration um ebenfalls 50 %.

Wir empfehlen außerdem, zusätzlich den Poolfilter rückzuspülen.

Lesetipp: Poolwasser entsorgen: 5 Ideen, um das Pool Abwasser sinnvoll zu nutzen

Wann und wie oft verwendet man einen Chlorstabilisator?

In der Poolpflege stehen viele Aufgaben täglich, wöchentlich oder zumindest monatlich an. Im Falle von Chlorstabilisator haben wir es mit einer sehr komfortablen Zeitskala zu tun.

Die Chemikalie muss lediglich einmal im Jahr eingesetzt werden. Der Chlorstabilisator wird weder verbraucht noch durch den Einsatz anderer Chemikalien zerstört.

Im Normalfall nimmt die Konzentration über das Jahr hinweg kaum ab.

Lediglich bei großen Verdunstungsmengen, einem (teilweisen) Austausch des Wassers oder einer Verdünnung durch Regenwasser solltest du die Konzentration des Chlorstabilisators überprüfen und gegebenenfalls neu einstellen.

Chlorstabilisator ist in vielen Chlorprodukten enthalten, die Dichlor oder Trichlor genannt werden.

Bei der wöchentlichen Einstellung des Chlorgehalts fügst du so im besten Falle jedes Mal ein wenig Chlorstabilisator dem Poolwasser bei.

Wenn du auf dem Etikett eines Chlorprodukts eine der folgenden Chemikalien findest, ist darin bereits stabilisiertes Chlor und damit Cyanursäure enthalten:

  • Trichlorisocyanurat
  • Kaliumdichlorisocyanurat
  • Natriumdichlorisocyanurat

In der Regel musst du dann keinen zusätzlichen Poolstabilisator hinzufügen.

Die regelmäßige Hinzugabe von Chlorprodukten mit einem Anteil Chlorstabilisator reicht aus, um den Gehalt des Stabilisators im Wasser nicht absinken zu lassen.

Die Gefahr besteht vielmehr darin, dass der Pool Stabilisator eine zu hohe Konzentration erreicht („Überstabilisierung“).

Mit Teststreifen kannst du das Niveau des Poolstabilisators im Auge behalten und gegebenenfalls darauf reagieren.

Wir empfehlen
KIMIBST Pool-Teststreifen: 200
Mit dem Link kaufst du zum gleichen Preis ein, aber wir erhalten eventuell eine Provision.

Stellst du fest, dass sich das Niveau des Stabilisators Woche für Woche nach oben bewegt, solltest du zunächst den Wasserstand erhöhen, um für eine Verdünnung zu sorgen.

Bei einem weiter steigenden Gehalt ist ein Umstieg auf einen anderen Poolschocker und auf nicht stabilisiertes Chlor angebracht.

Mit diesen beiden Änderungen sorgst du dafür, dass sich das Level des Stabilisators nicht mehr erhöht.

Überprüfe weiterhin regelmäßig die Wasserchemie, am besten im Zusammenhang mit den übrigen Werten wie pH (Zielbereich 7,0 bis 7,4) und TA-Wert (80 bis 120 mg/l), wie es unser Ratgeber Poolchemie Anleitung beschreibt. In der Regel sollte die Konzentration des Chlorstabilisators durch Verdünnung nun langsam abnehmen.

Wie fügt man Cyanursäure dem Poolwasser hinzu?

Chlorstabilisator darfst du niemals direkt in das Beckenwasser geben, da sich der saure Poolstabilisator nur langsam löst.

Der Stabilisator würde sich zunächst am Beckenboden absetzen und diesen dann angreifen, ausbleichen und spröde machen.

Du solltest ebenfalls davon absehen, die Chemikalie über den Filter hinzuzufügen. Poolstabilisator hat einen niedrigen Pool pH-Wert und kann den Filter und andere Teile deines Filtrationssystems beschädigen.

Wir raten dazu, Pool Stabilisator stets in einem Plastikeimer im Vorhinein aufzulösen. Gehe dabei wie folgt vor:

  1. Befülle einen 20 Liter großen Eimer zu ungefähr ¾ mit warmem Wasser.
  2. Die Menge der Cyanursäure hängt von deinem Pool ab. Als Faustformel gilt: Pro 10.000 Liter Poolwasser benötigst du für eine um 10 ppm höhere Konzentration 0,47 Kilogramm Cyanursäure. Genauere Hinweise zur Berechnung findest du auf der Packungsrückseite der Chemikalie, auf der Webseite des Herstellers oder in der Bedienungsanleitung deines Pools.
  3. Gib nun die richtige Menge Cyanursäure hinzu.
  4. Je nach Menge der Cyanursäure musst du nun 10 Minuten bis zu mehreren Stunden warten, bis sich die Chemikalie aufgelöst hat.
  5. In der aufgelösten Form ist die Chemikalie für deinen teuren Beckenboden und das Filtersystem ungefährlich. Du kannst den Eimer mit der Lösung aus Wasser und Poolstabilisator bedenkenlos in das Wasser schütten.
  6. Lass die Pumpe für mehrere Stunden laufen, damit sich die Chemikalie im Pool verteilt.
Wir empfehlen
Kistenberg 10x Baueimer 20 Liter |
Mit dem Link kaufst du zum gleichen Preis ein, aber wir erhalten eventuell eine Provision.

Hinweis: In Whirlpools oder Hallenbädern wird Chlorstabilisator nicht eingesetzt, da das freie Chlor im Wasser auch (fast) keinen UV-Strahlen ausgesetzt ist.

Wir empfehlen
Steinbach Poolpflege
Mit dem Link kaufst du zum gleichen Preis ein, aber wir erhalten eventuell eine Provision.

Pools im Außenbereich sollten in jedem Fall mit Chlorstabilisator behandelt werden. Mit dem richtigen Einsatz sparst du dir Zeit in der Poolpflege und Geld für den Kauf der Chemikalien.

Beim erstmaligen Einsatz des Stabilisators solltest du den Gehalt an freiem Chlor und den der Cyanursäure regelmäßig überprüfen. Eventuell musst du noch etwas Feinjustierung betreiben.

Die Poolpflege kann ein anstrengendes Unterfangen sein, das regelmäßige Kontrolle erfordert.

Chlorstabilisator erleichtert dir die Arbeit, weil du seltener den Chlorspiegel nachsteuern musst, und daher kannst du mehr Zeit im Pool verbringen. Geht es uns allen nicht nur darum?

FAQ: Häufige Fragen beantwortet

Chlorstabilisator ist eine Chemikalie, die den Chlorgehalt in Schwimmbadwasser konstant hält. Der Hauptwirkstoff ist Cyanursäure, die in Granulat- oder flüssiger Form erhältlich ist und auch in Chlortabletten (Trichlor) oder Poolschocker (Dichlor) enthalten ist.
Ein Chlorstabilisator bindet sich an freies Chlor (Chlorid-Ionen) und macht es unempfindlich gegen Sonnenstrahlung. Dadurch bleibt das Chlor länger im Wasser, um es zu desinfizieren. Stabilisiertes Chlor hat eine drei- bis fünfmal längere Desinfektionszeit als ohne Stabilisator.
Die ideale Konzentration von Cyanursäure liegt bei nicht mehr als 50 ppm. Ein höherer Wert erhöht den Schutz vor UV-Strahlung kaum, kann aber Bakterienwachstum begünstigen und andere Probleme mit der Poolchemie verursachen. Achte auf ein Gleichgewicht zwischen Cyanursäure und freiem Chlor.
Ein Chlorstabilisator sollte einmal im Jahr verwendet werden. Bei der wöchentlichen Einstellung des Chlorgehalts fügst du meist zusätzlich etwas Chlorstabilisator hinzu. Überprüfe regelmäßig den Cyanursäuregehalt und die Wasserchemie, um das richtige Gleichgewicht beizubehalten.
Durchschnittliche Bewertung 4.5 bei insgesamt 11 Stimmen


Ähnliche Beiträge


Kommentare

Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
1 Kommentar
Älteste
Neueste Meistbewertet
Kaschitz

Wow! Jetzt habe ich mal die Zusammenhänge verstanden. Sehr gut erklärt.