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Karbonathärte im Teich zu niedrig: Mit 6 Tipps KH-Wert erhöhen

Plitschnass » Karbonathärte im Teich zu niedrig: Mit 6 Tipps KH-Wert erhöhen

Die Karbonathärte ist einer der wichtigsten Wasserwerte im Teich und damit mitverantwortlich für zahlreiche biologische Prozesse. Sinkt die Karbonathärte im Teich zum Beispiel durch starken Regen, kann man den KH-Wert mit sechs Möglichkeiten einfach erhöhen.

Was ist Karbonathärte?

Jedes natürliche Gewässer oder Teichwasser enthält verschiedene Mineralien aus dem Grundwasser, Leitungswasser oder Brunnenwasser. Im Laufe der Zeit verbrauchen Wasserpflanzen, Mikroorganismen oder Algen im Teich diese gelösten Mineralien im Wasser.­ ­

Die Karbonathärte gehört zu den wichtigsten Wasserwerten. Sie besteht aus an Kohlesäure gebundenen Carbonaten und Hydrogencarbonaten der im Wasser gelösten Kationen (positiv geladene Ionen). Dieser Anteil wird daher als Karbonathärte (KH) oder auch als Temporäre Härte bezeichnet.

Alle anderen im Wasser gelösten Kationen werden dagegen als Permanente Härte bezeichnet. Dies ist der Anteil an Erdalkalimetallen, die im Wasser als Sulfate, Chloride, Nitrite sowie Phosphate gelöst sind. Die Summe aller im Wasser gelösten Kationen der Erdalkalimetalle ist die Gesamthärte (GH). Die Gesamthärte wiederum ist mitverantwortlich, dass die biologischen Prozesse im Gartenteich funktionieren.

In Gartenteichen und natürlichen Gewässern liegt der größte Teil der Wasserhärte als Karbonathärte vor, weshalb Gewässer mit einem hohen Anteil an Karbonaten auch als natürliche Karbonatgewässer bezeichnet werden. Diese findet man in kalkhaltigen Regionen wie zum Beispiel auf der Schwäbischen Alb in Süddeutschland, dem Buntsandstein im nördlichen Hessen sowie im schweizerischen und französischen Jura. 

Regionen wie der Hochschwarzwald oder die Eifel bestehen aus kalkarmem oder kalkfreiem Gestein, weshalb der Karbonatgehalt dort niedrig ist und man weiches Wasser hat.

Warum der KH-Wert im Teich sinkt

Wenn der KH-Wert beziehungsweise die Karbonathärte im Gartenteich sinkt, können heftige Niederschläge der Grund dafür sein. Aber auch der Ausgleich eines massiven Wasserverlusts durch Verdunstung, einer fehlenden oder falsch angelegten Kapillarsperre sowie durch Teichpflanzen mit zu viel Wasser aus der Regentonne führt dazu, dass der KH-Wert sinkt und das Gleichgewicht im Teich gestört wird.

Niedrige Werte können andererseits auch dadurch entstehen, dass aus einem benachbarten Moorteich oder Moorbeet mit sehr niedrigen pH-Werten und KH-Werten unter 5 in den Gartenteich geschwemmt werden.

Was ist die optimale Karbonathärte im Teich?

Die optimale Karbonathärte im Teichwasser liegt zwischen 6 und 10 Grad deutscher Härte (°dH). Eine mittlere Karbonathärte zwischen 5 und 14 °dH ist noch in Ordnung, denn in diesem Rahmen sollte der pH-Wert stabil zwischen 6 und 8 liegen.

Die Karbonathärte muss immer im Zusammenhang mit dem pH-Wert betrachtet werden. Ist dieser zu hoch, wandelt sich Ammonium im Wasser zu gefährlichem Ammoniak um. Allgemein gilt, dass ein hoher KH-Wert auch einen stabilen pH-Wert bedeutet. Die Karbonathärte bezeichnet man deshalb auch als pH-Puffer.

Ein hoher Karbonatwert über 14 bedeutet hartes Wasser. Der hohe Kalkgehalt führt dazu, dass Geräte wie Teichpumpen oder Teichfilter sowie Schläuche und Zuleitungen verkalken. Die Teichpflanzen entziehen dem Wasser Kohlensäure, wodurch Kalk ausfällt und viele Pflanzen daran eingehen, da sich der Kalk auf ihren Blättern als grau-weißer Belag absetzt.

Weiches Wasser oder saures Wasser hat eine Karbonathärte von 5 Grad deutscher Härte und weniger. Dadurch sinkt der pH-Wert zu stark ab, wodurch das biologische Gleichgewicht gestört wird. Stellen sich bedenkliche pH-Werte von unter 6,5 ein, schadet dies den meisten Fischen im Teich, da diese keine zu niedrigen pH-Werte vertragen.

Weiches oder saures Wasser kommt in Moorteichen oder Moorgebieten vor.

KH-Wert im Teich erhöhen: mit 6 einfachen Möglichkeiten

Ein über einen längeren Zeitraum zu geringer KH-Wert kann zu einem Absturz des pH-Werts, dem sogenannten Säuresturz führen. Dieser kann das gesamte Ökosystem im Gartenteich zerstören. Aber mit sechs einfachen Möglichkeiten kann man den KH-Wert im Teich wieder erhöhen.

Bei allen Möglichkeiten sollte vor und während der Anwendung der KH-Wert gemessen werden. Außerdem sind die Angaben des Herstellers dringend zu beachten.

Möglichkeit 1: kalkhaltiges Wasser 

Mit kalkhaltigem Leitungswasser wird das Teichwasser so lange ausgewechselt, bis der KH-Wert wieder im optimalen Bereich zwischen 6 und 10 ºdH liegt, damit Fische und Pflanzen wieder lebensfähig sind.

Möglichkeit 2: Muschelgrit 

Muschelgrit ist als Zusatzfutter für Hühner bekannt, enthält viel Kalk und erhöht die Karbonathärte im Teich auf natürliche Weise.

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Möglichkeit 3: Kalksteine

Auch mit Kalksteinen kann man den KH-Wert erhöhen. Hierbei werden sie am besten in fließendes Wasser wie in eine Filteranlage oder einen Wasserlauf gelegt.

Möglichkeit 4: Kreidekalk

In ausreichender Dosis kann Kreidekalk niedrige KH-Werte neutralisieren. Kreidekalk aktiviert außerdem biochemische Prozesse und wirkt desinfizierend.

Möglichkeit 5: Magnesiumkalk

Kohlensäurefreier Magnesiumkalk ist ein ausgezeichnetes Mittel zur Erhöhung des KH-Werts im Teich.

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Möglichkeit 6: Produkte aus dem Fachhandel

Der Fachhandel bietet verschiedene spezielle Mittel an, mit denen sich der KH-Wert einfach erhöhen lässt.

Alternative: KH-Wert im Teich steigern mit Natron

Bei einer niedrigen Karbonathärte kann als Soforthilfe Natron (Natriumhydrogencarbonat oder Natriumbicarbonat) helfen. 300 Gramm Natron pro 10.000 Liter Wasser erhöhen den KW-Wert um  1°dH. Das Natron gibt man langsam ins Wasser, wo es sich auflöst. Da es alkalisch ist, darf es nicht in einen Biofilter gegeben werden.

Was, wenn die Karbonathärte zu hoch wird? Wie kann man den KH-Wert wieder senken?

Bei einer zu hohen Karbonathärte im Teich steigt die Gesamthärte zusammen mit der Konzentration an Kohlenstoffdioxid im Wasser. Das Wasser reagiert alkalisch mit pH-Werten von 8,5 und mehr. Das kalkhaltige Wasser schadet auf Dauer den technischen Geräten wie Teichpumpe, Teichfilter oder Wasserspielen.

Ursachen für eine zu hohe Karbonathärte im Gartenteich beziehungsweise hartes Wasser sind Teichpflegemittel, mineralstoffhaltige Steine im Wasser oder Kalkwasser. In diesem Fall sollte man den KH-Wert rasch senken, damit sich die optimalen Werte wieder einstellen und das Teichwasser wieder im Gleichgewicht ist.

Bei zu viel gelösten Karbonaten kann man weiches Wasser wie zum Beispiel Regenwasser in den Teich geben. Dieses Wasser sollte sauber sein, damit man den Teich nicht mit Nährstoffen, Schmutzstoffen oder Schadstoffen belastet.

Eine andere gängige Möglichkeit, den KH-Wert wieder zu senken, ist das Einleiten von biologisch entkalktem Wasser. Dies es gewinnt man beispielsweise aus einem Vorteich, der einen dichten Bestand aus Unterwasserpflanzen aufweist. Diese Pflanzen können nicht nur Kohlendioxid, sondern auch im Wasser gelöstes Hydrogencarbonat aufnehmen. Ideale Unterwasserpflanzen sind Hornkraut oder verschiedene Wassermoose.

Als Hausmittel zur Senkung der Karbonathärte im Gartenteich haben sich Huminstoffe und Gerbsäuren bewährt. Diese kommen zum Beispiel in Torf vor, den man in ungedüngter Form in einem Jutebeutel ins Teichwasser hängt oder in eine Kammer des Teichfilters gibt.

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